Solaranlage
Solaranlage – Sonnenenergie für Wärme und Strom nutzen
Thema: Energie, Förderung & Technik · Redaktion: Bräuer Architekten
1. Kurzdefinition
nach obenEine Solaranlage nutzt die Strahlung der Sonne zur Energiegewinnung. Man unterscheidet zwei Grundtypen: Solarthermieanlagen erzeugen Wärme für Warmwasser und Heizung, Photovoltaikanlagen erzeugen elektrischen Strom. Beide werden meist auf Dächern montiert, können aber auch an Fassaden, auf Carports oder freistehend errichtet werden. Solaranlagen sind ein zentraler Baustein für eine klimafreundliche Energieversorgung von Gebäuden.
2. Das Wichtigste auf einen Blick
nach oben- Solarthermie liefert Wärme, Photovoltaik liefert Strom. Beide Techniken lassen sich kombinieren.
- Auf Dächern und an Außenwänden sind Solaranlagen in Mecklenburg-Vorpommern grundsätzlich verfahrensfrei.
- Bei Baudenkmalen und in Denkmalbereichen ist eine denkmalrechtliche Genehmigung erforderlich.
- Ausrichtung, Neigung, Verschattung und Statik des Dachs bestimmen den Ertrag und die Machbarkeit.
- Für Solarthermie gibt es Förderung im Rahmen der Heizungsförderung, für Photovoltaik vor allem die Einspeisevergütung und steuerliche Erleichterungen.
3. Solarthermie und Photovoltaik im Vergleich
nach oben| Merkmal | Solarthermie | Photovoltaik |
|---|---|---|
| Erzeugte Energie | Wärme | Strom |
| Typische Nutzung | Warmwasser, Heizungsunterstützung | Haushaltsstrom, Wärmepumpe, Elektroauto, Einspeisung |
| Bauteile | Kollektoren, Solarkreis, Pufferspeicher | Module, Wechselrichter, optional Batteriespeicher |
| Flächenbedarf Einfamilienhaus | etwa 5 bis 15 m² | meist 20 bis 60 m² |
| Kombination | mit Gas-, Holz- oder Wärmepumpenheizung | besonders sinnvoll mit Wärmepumpe |
In den letzten Jahren hat sich die Photovoltaik wegen stark gesunkener Modulpreise und der Kombination mit Wärmepumpen vielfach durchgesetzt. Solarthermie bleibt sinnvoll, wenn ein hoher Warmwasserbedarf besteht oder eine Holz- oder Gasheizung ergänzt werden soll. Daneben gibt es Hybridmodule, die Strom und Wärme gleichzeitig erzeugen.
4. Solarthermie im Detail
nach obenEine Solarthermieanlage besteht aus Kollektoren auf dem Dach, einem Solarkreislauf mit frostsicherer Flüssigkeit und einem Speicher im Haus. Flachkollektoren sind robust und preiswert, Vakuumröhrenkollektoren erreichen auch bei geringer Einstrahlung und im Winter höhere Temperaturen. Eine Anlage zur Warmwasserbereitung kann in Norddeutschland einen erheblichen Teil des jährlichen Warmwasserbedarfs decken, im Sommer oft nahezu vollständig. Zur Heizungsunterstützung sind größere Kollektorflächen und Speicher nötig.
5. Planung und Voraussetzungen
nach obenOb sich ein Dach für eine Solaranlage eignet, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Ausrichtung und Neigung: Ideal ist eine Südausrichtung mit etwa 30 bis 45 Grad Neigung. Ost-West-Dächer liefern bei Photovoltaik einen gleichmäßigeren Tagesverlauf und sind ebenfalls gut geeignet.
- Verschattung: Bäume, Gauben, Schornsteine und Nachbargebäude können den Ertrag deutlich mindern.
- Statik: Das Dach muss die zusätzlichen Lasten und die Windsoglasten tragen. Bei älteren Dächern ist eine Prüfung durch die Tragwerksplanung sinnvoll.
- Zustand der Dachhaut: Steht eine Dachsanierung in den nächsten Jahren an, sollte sie vor der Montage erfolgen.
- Brandschutz: Bei Reihen- und Doppelhäusern sind Abstände zu Brandwänden einzuhalten.
Ein genaues Dachaufmaß, etwa durch Drohnen-Photogrammetrie, liefert Flächen, Neigungen und Hindernisse und ermöglicht eine exakte Modulbelegung.
6. Baurecht und Denkmalschutz
nach obenNach § 61 der Landesbauordnung Mecklenburg-Vorpommern sind Solaranlagen auf Dach- und Außenwandflächen grundsätzlich verfahrensfrei, ausgenommen bei Hochhäusern. Gebäudeunabhängige Anlagen sind bis 3 m Höhe und 9 m Gesamtlänge verfahrensfrei. An der Grundstücksgrenze gelten die Regeln zu Abstandsflächen. Festsetzungen eines Bebauungsplans oder einer Gestaltungssatzung können zusätzliche Vorgaben enthalten.
Bei Baudenkmalen und in Denkmalbereichen ist eine denkmalrechtliche Genehmigung erforderlich. Die Genehmigungspraxis ist in den letzten Jahren deutlich offener geworden, eine frühe Abstimmung bleibt aber unerlässlich.
7. Wirtschaftlichkeit und Förderung
nach obenDie Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage hängt vor allem davon ab, wie viel der erzeugten Energie im Gebäude selbst genutzt wird. Bei Photovoltaik ist selbst verbrauchter Strom deutlich mehr wert als eingespeister Strom, weil er teuren Netzstrom ersetzt. Ein Batteriespeicher, eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto erhöhen den Eigenverbrauch. Bei Solarthermie ist ein gut dimensionierter Speicher entscheidend, damit die Sommerwärme auch an trüben Tagen zur Verfügung steht.
Solarthermieanlagen werden im Rahmen der Heizungsförderung der Bundesförderung für effiziente Gebäude bezuschusst. Für Photovoltaik gibt es eine gesetzliche Einspeisevergütung, und kleinere Anlagen auf Wohngebäuden sind von der Umsatzsteuer und unter bestimmten Voraussetzungen von der Einkommensteuer befreit. Da sich Fördersätze und Vergütungen regelmäßig ändern, sollten die aktuellen Bedingungen vor der Bestellung geprüft werden.
8. Bedeutung für Eigentümer
nach obenEine Solaranlage senkt Energiekosten, macht unabhängiger von Preissteigerungen und verbessert die Energiebilanz des Gebäudes. Bei Neubau und Sanierung lohnt es sich, Dachform, Ausrichtung und Technik von Beginn an aufeinander abzustimmen.
Bräuer Architekten berücksichtigt Solaranlagen bereits im Entwurf, prüft die baurechtlichen Voraussetzungen und liefert mit einem Dachaufmaß die Grundlage für die Planung durch Fachfirmen.
9. Häufige Fehler
nach oben- Die Anlage wird auf ein sanierungsbedürftiges Dach montiert und muss später wieder abgebaut werden.
- Verschattungen durch Bäume oder Dachaufbauten werden unterschätzt.
- Die Tragfähigkeit älterer Dachstühle wird nicht geprüft.
- Bei Denkmalen wird ohne Genehmigung gebaut.
- Speicher und Verbraucher werden nicht auf die Anlagengröße abgestimmt.
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10. Verwandte Fachbegriffe
nach oben- PV-Anlage (Photovoltaikanlage) – Eine Photovoltaikanlage, kurz PV-Anlage, wandelt Sonnenlicht mit Solarzellen direkt in elektrischen Strom um.
- Wärmepumpe – Eine Wärmepumpe ist eine Heizung, die Wärme aus der Umgebung, aus Luft, Erdreich oder Grundwasser, nutzt und mit Hilfe von Strom auf ein für Heizung und Warmwasser …
- GEG (Gebäudeenergiegesetz) – Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) regelte seit November 2020 die energetischen Anforderungen an Gebäude in Deutschland: den Wärmeschutz, die Heizungstechnik, den …
- Verfahrensfreie Bauvorhaben – Verfahrensfreie Bauvorhaben sind bauliche Anlagen und Maßnahmen, für die weder eine Baugenehmigung noch eine Anzeige bei der Bauaufsichtsbehörde erforderlich ist.
- KfW-Förderung – Die KfW-Förderung umfasst die Förderprogramme der staatlichen KfW-Bankengruppe für den Bau, Kauf und die Sanierung von Wohngebäuden und anderen Gebäuden.
11. Häufig gestellte Fragen
nach obenLohnt sich Solarthermie neben Photovoltaik noch?
Das hängt vom Gebäude und der Heizung ab. In Kombination mit einer Wärmepumpe ist Photovoltaik meist die wirtschaftlichere Lösung. Bei hohem Warmwasserbedarf oder Holzheizungen kann Solarthermie weiterhin sinnvoll sein.
Brauche ich für eine Solaranlage eine Baugenehmigung?
Auf Dächern und an Außenwänden in der Regel nicht. Ausnahmen gelten insbesondere für Denkmale, Hochhäuser und bei besonderen örtlichen Vorschriften.
Wie viel Dachfläche brauche ich?
Für Solarthermie zur Warmwasserbereitung genügen bei einem Einfamilienhaus meist wenige Quadratmeter. Für Photovoltaik richtet sich die Fläche nach dem gewünschten Stromertrag.
Kann ich eine Solaranlage auf ein Flachdach bauen?
Ja. Die Module werden dann aufgeständert oder flach in Ost-West-Ausrichtung montiert. Statik, Abdichtung und Windlasten müssen besonders sorgfältig geplant werden.
Stand: Oktober 2026.
