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Satteldach

Die klassische Dachform mit zwei geneigten Flächen

Thema: Haus, Bestand & Sanierung · Redaktion: Bräuer Architekten

1. Kurzdefinition

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Das Satteldach besteht aus zwei geneigten Dachflächen, die sich oben am First treffen. An den beiden Stirnseiten entstehen dreieckige Giebelwände. Das Satteldach ist in Deutschland die häufigste Dachform bei Wohnhäusern. Es ist einfach zu konstruieren, leitet Regen und Schnee zuverlässig ab und bietet unter den Dachschrägen Raum für ein ausgebautes Dachgeschoss.

2. Das Wichtigste auf einen Blick

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  • Zwei Dachflächen, ein First, zwei Giebel.
  • Übliche Dachneigungen liegen bei Wohnhäusern etwa zwischen 30 und 50 Grad.
  • Die unteren Kanten heißen Traufe, die seitlichen Kanten am Giebel Ortgang.
  • Getragen wird das Dach meist von einem Pfettendach oder einem Sparren- bzw. Kehlbalkendach.
  • Viele Bebauungspläne schreiben das Satteldach und eine Neigungsspanne vor.

3. Aufbau und Konstruktion

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Die tragende Konstruktion besteht aus Sparren, die von der Traufe zum First laufen. Beim Pfettendach liegen sie auf waagerechten Pfetten, beim Sparrendach stützen sich die Sparrenpaare am First gegenseitig ab. Darüber folgen die Unterdeckung, die Konter- und Dachlattung und die Eindeckung, meist aus Dachziegeln oder Dachsteinen. Gedämmt wird zwischen, unter oder über den Sparren. Häufig steht das Dach auf einem Kniestock, einer niedrigen Wand über der obersten Geschossdecke, die die nutzbare Fläche im Dachgeschoss vergrößert.

4. Varianten

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Je nach Lage des Firsts zur Straße spricht man von giebelständigen oder traufständigen Häusern. Beim versetzten Satteldach sind die Dachflächen gegeneinander verschoben, sodass ein Fensterband zwischen ihnen entsteht. Ein asymmetrisches Satteldach hat unterschiedlich lange oder unterschiedlich geneigte Dachflächen. Mit einer Gaube oder einem Zwerchhaus wird zusätzlicher Raum im Dachgeschoss gewonnen.

5. Vor- und Nachteile

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VorteileNachteile
Einfache, bewährte KonstruktionDachschrägen schränken die Nutzung im Dachgeschoss ein
Gute Ableitung von Regen und SchneeGiebelwände sind der Witterung stärker ausgesetzt als beim Walmdach
Große, zusammenhängende Flächen für eine PV-AnlageBei steiler Neigung viel ungenutztes Volumen im Spitzboden

6. Satteldach im Bebauungsplan

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Der Bebauungsplan oder eine örtliche Bauvorschrift kann die Dachform, die Neigung, die Firstrichtung und die Eindeckung vorgeben. Typisch sind Festsetzungen wie „SD 35–45°“. Dazu kommen Höhenfestsetzungen für Traufe und First. Wer ein Haus mit Satteldach plant, sollte diese Vorgaben vor dem ersten Entwurf kennen.

7. Beispiel aus der Praxis

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Ein Bauherr möchte ein anderthalbgeschossiges Einfamilienhaus mit 140 m² Wohnfläche bauen. Der Bebauungsplan erlaubt ein Vollgeschoss und ein Satteldach mit 38 bis 45 Grad. Mit einem Kniestock von rund einem Meter und zwei Gauben entsteht im Dachgeschoss genug Fläche für drei Zimmer und ein Bad, ohne dass das Dachgeschoss zum zweiten Vollgeschoss wird.

Bräuer Architekten plant Häuser mit Satteldach in Rostock und Mecklenburg-Vorpommern und prüft vorab, welche Vorgaben der Bebauungsplan macht.

8. Häufige Fehler

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  • Kniestock und Dachneigung werden nicht mit den Höhenvorgaben des Bebauungsplans abgeglichen.
  • Gauben werden zu groß geplant, das Dachgeschoss wird ungewollt zum Vollgeschoss.
  • Die Mindestneigung der gewählten Dachziegel wird unterschritten.
  • Die Wohnfläche unter den Dachschrägen wird zu hoch angesetzt.

9. Verwandte Fachbegriffe

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  • Dachformen – Dachformen beschreiben die Gestalt eines Daches, also Zahl, Neigung und Anordnung der Dachflächen.
  • Walmdach und Krüppelwalmdach – Beim Walmdach sind auch die Giebelseiten mit geneigten Dachflächen, den Walmen, geschlossen.
  • Dachneigung – Die Dachneigung gibt an, wie steil eine Dachfläche gegenüber der Waagerechten geneigt ist.
  • First und Firsthöhe – Der First ist die obere, waagerechte Kante eines geneigten Daches, an der zwei Dachflächen zusammentreffen.
  • Pfettendach – Das Pfettendach ist eine Dachkonstruktion, bei der die Sparren auf waagerechten Balken, den Pfetten, aufliegen.

10. Häufig gestellte Fragen

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Welche Dachneigung ist bei einem Satteldach üblich?

Bei Wohnhäusern meist zwischen etwa 30 und 50 Grad. Der Bebauungsplan gibt oft eine Spanne vor.

Was ist der Unterschied zwischen giebelständig und traufständig?

Giebelständig zeigt der Giebel zur Straße, traufständig die Traufe, der First verläuft dann parallel zur Straße.

Ist ein Satteldach günstiger als ein Flachdach?

Das hängt vom Einzelfall ab. Die Konstruktion ist einfach, dafür ist die Dachfläche größer als beim Flachdach.

Eignet sich ein Satteldach für Photovoltaik?

Ja, besonders bei Ausrichtung einer Dachfläche nach Süden oder bei Ost-West-Ausrichtung beider Flächen.

Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine fachliche Beratung im Einzelfall.

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