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Open BIM und Closed BIM

Offener Datenaustausch oder eine Softwarewelt

Thema: Aufmaß, Vermessung & BIM · Redaktion: Bräuer Architekten

1. Kurzdefinition

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Open BIM und Closed BIM bezeichnen zwei Arten, mit Building Information Modeling zusammenzuarbeiten. Bei Open BIM tauschen die Beteiligten ihre Modelle über offene, herstellerneutrale Formate wie IFC aus. Jeder kann seine eigene Software verwenden, etwa ArchiCAD beim Architekten und eine andere Software beim Tragwerksplaner. Bei Closed BIM arbeiten alle in der Softwareumgebung eines Herstellers und tauschen native Dateien aus. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung, für öffentliche Auftraggeber in Deutschland ist Open BIM inzwischen der Standard.

2. Das Wichtigste auf einen Blick

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  • Open BIM setzt auf offene Standards von buildingSMART, vor allem IFC und BCF.
  • Closed BIM nutzt die Formate und Plattformen eines Softwareherstellers.
  • Open BIM verhindert Abhängigkeiten, erfordert aber klare Austauschregeln.
  • Closed BIM ist in einem eingespielten Team oft schneller, schließt aber Partner mit anderer Software aus.
  • Die Begriffe Little BIM und Big BIM beschreiben, ob BIM nur intern oder im gesamten Projektteam genutzt wird.

3. Vergleich

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MerkmalOpen BIMClosed BIM
DatenformatIFC, BCF, offene SchnittstellenNative Formate eines Herstellers
SoftwareFrei wählbar je BeteiligtemEinheitlich vorgegeben
Datenverlust beim AustauschMöglich, wenn Export nicht abgestimmt istGering innerhalb der Plattform
Langfristige LesbarkeitGut, Standard ist dokumentiertAbhängig vom Hersteller
Typischer EinsatzÖffentliche Bauherren, große Teams, Betrieb und CAFMGeneralplaner und Unternehmen mit einheitlicher Software

4. Little BIM und Big BIM

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Unabhängig vom Format wird unterschieden, wie weit BIM genutzt wird. Little BIM bedeutet, dass ein Büro intern mit einem Modell arbeitet, die Zusammenarbeit nach außen aber über Pläne läuft. Big BIM heißt, dass alle Beteiligten modellbasiert zusammenarbeiten, Modelle koordinieren und Daten über den gesamten Lebenszyklus nutzen. Kombiniert ergeben sich vier Varianten, von Little Closed BIM bis Big Open BIM.

5. Was offene Zusammenarbeit braucht

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Open BIM funktioniert nur, wenn vorher festgelegt wird, welche Informationen in welchem Detaillierungsgrad ausgetauscht werden. Dazu gehören Auftraggeber-Informationsanforderungen und ein BIM-Abwicklungsplan, die IFC-Version, Exporteinstellungen, Benennungen, Koordinaten und der Detaillierungsgrad. Kollisionen und Rückfragen werden über das BIM Collaboration Format (BCF) ausgetauscht, das unabhängig von der Software funktioniert.

6. Open BIM im Bestand

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Für Bestandsgebäude entstehen Modelle meist per Scan-to-BIM aus einer Punktwolke. Werden sie als IFC übergeben, kann der Bauherr sie in jeder Planungssoftware oder in einem CAFM-System weiterverwenden. Die Punktwolke selbst wird in offenen Formaten wie E57 geliefert. So bleiben die Daten unabhängig vom Büro nutzbar, das sie erstellt hat.

7. Bedeutung für Bauherren

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Bauherren sollten darauf achten, dass Modelle und Daten in offenen Formaten übergeben werden und die Rechte zur Nutzung geklärt sind. Das sichert die Investition in die Daten, auch wenn Planer oder Software wechseln.

Bräuer Architekten liefert Bestandsmodelle und Planungen auf Wunsch als IFC und Punktwolken als E57 und stimmt Austauschregeln mit den Fachplanern ab.

8. Checkliste

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  • Welche Formate und Versionen werden für den Austausch vereinbart?
  • Gibt es Informationsanforderungen und einen Abwicklungsplan?
  • Wie werden Kollisionen und Rückfragen ausgetauscht?
  • In welchem Format erhält der Bauherr die Daten am Ende?

9. Häufige Fehler

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  • IFC-Exporte werden ohne Abstimmung erzeugt und sind für Partner unbrauchbar.
  • Native Dateien werden als Liefergegenstand vereinbart, die der Bauherr nicht öffnen kann.
  • Koordinatensysteme und Nullpunkte werden nicht festgelegt.
  • BIM wird mit 3D-Visualisierung gleichgesetzt.

10. Verwandte Fachbegriffe

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  • BIM (Building Information Modeling) – Building Information Modeling, kurz BIM, ist eine Arbeitsmethode, bei der ein Bauwerk als digitales, bauteilorientiertes Modell geplant, gebaut und betrieben wird.
  • IFC-Datei – Eine IFC-Datei ist eine Datei im offenen Austauschformat Industry Foundation Classes (IFC).
  • BIM-Abwicklungsplan (BAP) – Der BIM-Abwicklungsplan (BAP) legt fest, wie in einem Projekt mit Building Information Modeling gearbeitet wird: wer welche Modelle erstellt, welche Informationen sie enthalten, wie Daten ausgetauscht und geprüft werden.
  • Scan-to-BIM – Scan-to-BIM bezeichnet den Prozess, aus 3D-Laserscan-Punktwolken ein vollständiges, parametrisches BIM-Gebäudemodell zu erstellen.
  • LOD – Level of Development – Der Level of Development (LOD) beschreibt, wie weit ein Bauteil in einem BIM-Modell ausgearbeitet ist, also wie detailliert seine Geometrie dargestellt und wie umfassend es mit Informationen versehen ist.

11. Häufig gestellte Fragen

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Was ist Open BIM?

Zusammenarbeit mit BIM über offene, herstellerneutrale Formate wie IFC und BCF.

Was ist Closed BIM?

Zusammenarbeit in der Software und den Formaten eines Herstellers.

Was ist besser?

Für Bauherren und langfristige Nutzung meist Open BIM, in eingespielten Teams kann Closed BIM effizient sein.

Was ist BCF?

Das BIM Collaboration Format zum Austausch von Kommentaren und Kollisionen zwischen Modellen.

Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Prüfung im Einzelfall.

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