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BIM-Abwicklungsplan (BAP)

Das Regelwerk für ein BIM-Projekt

Thema: Aufmaß, Vermessung & BIM · Redaktion: Bräuer Architekten

1. Kurzdefinition

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Der BIM-Abwicklungsplan (BAP), international BIM Execution Plan (BEP), legt fest, wie in einem Projekt mit Building Information Modeling gearbeitet wird: wer welche Modelle erstellt, welche Informationen sie enthalten, wie Daten ausgetauscht und geprüft werden. Er ist die Antwort der Auftragnehmer auf die Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA), in denen der Bauherr beschreibt, welche Informationen er wann und wofür benötigt. AIA und BAP sind die Grundlage jeder strukturierten BIM-Zusammenarbeit.

2. Das Wichtigste auf einen Blick

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  • Die AIA beschreiben, was der Auftraggeber braucht, der BAP, wie es geliefert wird.
  • Der BAP wird zu Projektbeginn erstellt und fortgeschrieben.
  • Er regelt Rollen, Modelle, Detaillierungsgrade, Formate, Termine und Qualitätsprüfung.
  • Grundlagen sind unter anderem die ISO 19650 und die VDI 2552.
  • Auch für kleine Projekte und Bestandsmodelle lohnt eine schlanke Version.

3. Typische Inhalte

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KapitelInhalt
ProjektinformationenZiele, Beteiligte, Ansprechpartner
BIM-Ziele und AnwendungsfälleEtwa Bestandserfassung, Koordination, Mengenermittlung, Übergabe an den Betrieb
RollenBIM-Management, BIM-Koordination, Fachmodellverantwortliche
ModellstrukturFachmodelle, Teilmodelle, Geschosse, Benennungen
InformationsbedarfGeometrie und Merkmale je Phase, LOD oder Level of Information Need
KoordinatenNullpunkt, Höhenbezug, Georeferenzierung
AustauschFormate wie IFC und BCF, Plattform, Rhythmus
QualitätModellprüfung, Kollisionsprüfung, Freigaben
ÜbergabeLieferumfang am Ende, Formate, Nutzungsrechte

4. AIA und BAP im Zusammenspiel

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Die AIA werden vom Auftraggeber oder seinem BIM-Berater erstellt und sind Teil der Ausschreibung. Die Bieter reichen oft einen Vorab-BAP ein, der zeigt, wie sie die Anforderungen erfüllen wollen. Nach Beauftragung wird der BAP mit allen Beteiligten abgestimmt und verbindlich. Ändern sich Anforderungen, wird er fortgeschrieben. So bleibt nachvollziehbar, wer welche Informationen schuldet, ein wichtiger Punkt auch für die Haftung.

5. Bestandsmodelle

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Wird ein bestehendes Gebäude per Scan-to-BIM modelliert, gehört in den BAP, welche Bauteile mit welcher Genauigkeit modelliert werden, welche Toleranz gegenüber der Punktwolke gilt und wie mit nicht sichtbaren Bauteilen umgegangen wird. Ohne diese Festlegungen erwartet der Auftraggeber oft mehr Detail, als vereinbart und bezahlt ist.

6. Bedeutung für Bauherren

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Ein BAP verhindert, dass am Ende ein schönes 3D-Modell ohne die Informationen vorliegt, die der Bauherr eigentlich braucht. Für private Bauherren genügt bei kleinen Projekten oft eine kurze Vereinbarung über Ziele, Formate und Lieferumfang. Bei größeren Projekten und öffentlichen Auftraggebern ist ein vollständiger BAP Standard.

Bräuer Architekten erstellt Bestandsmodelle nach abgestimmten Modellierungsrichtlinien und dokumentiert Genauigkeit und Detaillierungsgrad, passend zu den Anforderungen des Auftraggebers.

7. Checkliste

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  • Sind die BIM-Ziele und Anwendungsfälle festgelegt?
  • Sind Rollen und Verantwortlichkeiten benannt?
  • Sind Detaillierungsgrade je Phase vereinbart?
  • Sind Koordinatensystem, Formate und Übergabeumfang geregelt?

8. Häufige Fehler

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  • AIA werden aus anderen Projekten kopiert und passen nicht zum Vorhaben.
  • Der BAP wird erstellt, aber nicht fortgeschrieben.
  • Der Detaillierungsgrad wird nicht pro Phase festgelegt.
  • Nutzungsrechte an Modellen bleiben ungeklärt.

9. Verwandte Fachbegriffe

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  • BIM (Building Information Modeling) – Building Information Modeling, kurz BIM, ist eine Arbeitsmethode, bei der ein Bauwerk als digitales, bauteilorientiertes Modell geplant, gebaut und betrieben wird.
  • Open BIM und Closed BIM – Open BIM und Closed BIM bezeichnen zwei Arten, mit Building Information Modeling zusammenzuarbeiten.
  • LOD – Level of Development – Der Level of Development (LOD) beschreibt, wie weit ein Bauteil in einem BIM-Modell ausgearbeitet ist, also wie detailliert seine Geometrie dargestellt und wie umfassend es mit Informationen versehen ist.
  • IFC-Datei – Eine IFC-Datei ist eine Datei im offenen Austauschformat Industry Foundation Classes (IFC).
  • Scan-to-BIM – Scan-to-BIM bezeichnet den Prozess, aus 3D-Laserscan-Punktwolken ein vollständiges, parametrisches BIM-Gebäudemodell zu erstellen.

10. Häufig gestellte Fragen

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Was ist ein BIM-Abwicklungsplan?

Ein Dokument, das Rollen, Modelle, Informationen, Austausch und Qualitätssicherung in einem BIM-Projekt regelt.

Was sind AIA?

Auftraggeber-Informationsanforderungen, in denen der Bauherr festlegt, welche Informationen er benötigt.

Wer erstellt den BAP?

Die Auftragnehmer, abgestimmt mit dem Auftraggeber und allen Beteiligten.

Brauche ich ihn bei kleinen Projekten?

Eine kurze Vereinbarung zu Zielen, Formaten und Lieferumfang genügt oft.

Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Prüfung im Einzelfall.

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