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Doppelhaus und Reihenhaus

Flächensparend wohnen im eigenen Haus

Thema: Haus, Bestand & Sanierung · Redaktion: Bräuer Architekten

1. Kurzdefinition

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Ein Doppelhaus besteht aus zwei Haushälften, die an einer gemeinsamen Grundstücksgrenze aneinandergebaut sind. Ein Reihenhaus ist Teil einer Hausgruppe aus mindestens drei aneinandergebauten Häusern. Beide Bauformen nutzen Grundstücke effizienter als freistehende Einfamilienhäuser, sparen Energie durch gemeinsame Wände und sind meist günstiger. Planungsrechtlich und bauordnungsrechtlich gelten für sie besondere Regeln.

2. Das Wichtigste auf einen Blick

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  • Doppelhaushälften und Reihenhäuser gehören meist zur Gebäudeklasse 2.
  • Zwischen den Häusern ist eine Gebäudeabschlusswand mit erhöhtem Brandschutz erforderlich.
  • Für guten Schallschutz wird die Haustrennwand meist zweischalig ausgeführt.
  • Doppelhäuser und Hausgruppen sind in offener Bauweise nach der Baunutzungsverordnung bis 50 m Länge zulässig.
  • Jede Haushälfte steht in der Regel auf einem eigenen Grundstück, möglich ist auch eine Aufteilung nach dem WEG.

3. Begriffe und Bauformen

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BauformBeschreibung
Doppelhauszwei an einer Grenze aneinandergebaute Haushälften, die nach außen als bauliche Einheit wirken
ReihenmittelhausHaus innerhalb einer Reihe, auf beiden Seiten angebaut
ReihenendhausHaus am Ende einer Reihe, auf einer Seite angebaut, mit seitlichem Garten
KettenhausHäuser, die über Garagen oder Nebengebäude verbunden sind

4. Planungsrecht

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Im Bebauungsplan kann festgesetzt werden, ob Einzelhäuser, Doppelhäuser, Hausgruppen oder alle drei zulässig sind. Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts liegt ein Doppelhaus nur vor, wenn beide Hälften in wechselseitig verträglicher Weise aneinandergebaut sind und eine bauliche Einheit bilden. Sehr unterschiedliche Höhen oder Bautiefen können dazu führen, dass kein Doppelhaus im Rechtssinne mehr vorliegt. Das ist vor allem bei Anbauten, Aufstockungen oder dem Ersatz einer Haushälfte wichtig.

5. Brandschutz und Schallschutz

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Zwischen aneinandergebauten Häusern ist eine Gebäudeabschlusswand erforderlich, die einen Brandüberschlag verhindert. Ihre Anforderungen richten sich nach der Gebäudeklasse. Häufig wird sie als zweischalige Haustrennwand mit durchgehender Fuge ausgeführt. Diese Fuge ist auch für den Schallschutz entscheidend: Schallbrücken durch Mörtel oder durchlaufende Bauteile verschlechtern die Dämmung erheblich und sind ein häufiger Baumangel.

6. Grundstück und Eigentum

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Doppelhaushälften und Reihenhäuser stehen meist auf eigenen, durch Grundstücksteilung gebildeten Grundstücken. Gemeinsame Zufahrten, Leitungen oder Müllplätze werden dann über Grunddienstbarkeiten und Baulasten gesichert. Alternativ kann eine Doppelhausanlage nach dem WEG aufgeteilt werden. Dann stehen die Häuser als Sondereigentum auf einem gemeinsamen Grundstück, und eine Gemeinschaftsordnung regelt die Nutzung der Flächen. Welche Lösung besser ist, hängt von Finanzierung, Selbstständigkeit und späteren Umbauplänen ab.

7. Vorteile und Nachteile

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Vorteile sind geringere Grundstücks- und Baukosten, weniger Energieverlust durch gemeinsame Wände und eine dichtere, flächensparende Bebauung. Nachteile sind die Abhängigkeit vom Nachbarn bei Gestaltung und Umbau, die Bindung an Abstimmungen bei gemeinsamen Bauteilen und bei Reihenmittelhäusern die geringere Belichtung von der Seite.

8. Energie und Kosten

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Weil Doppelhaushälften und Reihenhäuser weniger Außenwandfläche haben als freistehende Häuser, sind ihre Wärmeverluste deutlich geringer. Ein Reihenmittelhaus hat nur zwei Außenwände, Dach und Bodenplatte. Das senkt Heizkosten und Baukosten. Auch die Grundstücke sind kleiner und günstiger, die Erschließung wird geteilt. Für Familien in Städten und im Umland von Rostock sind diese Bauformen deshalb oft der wirtschaftlichste Weg ins eigene Haus.

Bei gemeinsamer Planung mehrerer Häuser lassen sich zusätzlich Kosten sparen, etwa durch gleiche Grundrisse, gemeinsame Ausschreibung und gemeinsame Baustelleneinrichtung.

9. Bedeutung für Bauherren und Eigentümer

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Doppelhäuser und Reihenhäuser sind eine attraktive Alternative zum freistehenden Haus, besonders in Städten und deren Umland. Wer eine Haushälfte umbauen oder erweitern möchte, sollte früh prüfen, ob das Vorhaben planungsrechtlich noch zum Doppelhaus passt und ob der Nachbar beteiligt werden muss.

Bräuer Architekten plant Doppelhäuser und Hausgruppen, erstellt die Unterlagen für Teilung oder Aufteilung und begleitet Umbauten einzelner Haushälften mit Blick auf Planungsrecht, Brandschutz und Schallschutz.

10. Häufige Fehler

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  • Die Haustrennfuge wird durch Mörtel oder Bauteile überbrückt.
  • Bei Anbauten wird die bauliche Einheit des Doppelhauses nicht beachtet.
  • Gemeinsame Zufahrten und Leitungen werden nicht rechtlich gesichert.
  • Gestaltungsvorgaben des Bebauungsplans für Doppelhäuser werden übersehen.
  • Die Abstimmung mit dem Nachbarn erfolgt erst nach dem Bauantrag.

11. Verwandte Fachbegriffe

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  • Einfamilienhaus – Ein Einfamilienhaus ist ein Wohngebäude mit einer Wohnung, das von einem Haushalt genutzt wird.
  • Gebäudeklassen – Gebäudeklassen ordnen Gebäude nach Höhe, Zahl und Größe der Nutzungseinheiten in fünf Stufen ein.
  • Schallschutz – Schallschutz umfasst alle baulichen und planerischen Maßnahmen, die Menschen in Gebäuden vor störendem Lärm schützen.
  • Grundstücksteilung – Bei einer Grundstücksteilung, auch Realteilung genannt, wird ein Grundstück im Rechtssinne in zwei oder mehr selbstständige Grundstücke zerlegt.
  • Nachbarrecht – Das Nachbarrecht regelt die Rechte und Pflichten von Grundstücksnachbarn untereinander.
  • Bauweise – Die Bauweise legt im Bebauungsplan fest, ob Gebäude mit seitlichem Abstand zu den Nachbargrenzen oder ohne Abstand aneinander gebaut werden.

12. Häufig gestellte Fragen

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Was ist der Unterschied zwischen Doppelhaus und Reihenhaus?

Ein Doppelhaus besteht aus zwei Hälften, ein Reihenhaus gehört zu einer Gruppe aus mindestens drei aneinandergebauten Häusern.

Darf ich meine Doppelhaushälfte aufstocken?

Das ist möglich, muss aber planungsrechtlich geprüft werden, weil die bauliche Einheit des Doppelhauses gewahrt bleiben muss.

Wie gut ist der Schallschutz zwischen Doppelhaushälften?

Bei einer zweischaligen Trennwand mit sauberer Fuge sehr gut. Mängel entstehen meist durch Schallbrücken.

Brauche ich eine eigene Hausnummer und eigene Anschlüsse?

In der Regel ja, bei getrennten Grundstücken erhält jede Hälfte eigene Hausanschlüsse.

Gilt ein Reihenhaus als Einfamilienhaus?

Ja, jedes Reihenhaus ist ein Einfamilienhaus in geschlossener Bauweise innerhalb einer Hausgruppe.

Brauche ich für einen Anbau die Zustimmung des Nachbarn?

Nicht immer, aber bei Vorhaben an der Grenze und bei Abweichungen ist sie sehr hilfreich und manchmal erforderlich.

Kann ich eine Doppelhaushälfte einzeln verkaufen?

Ja, wenn sie auf einem eigenen Grundstück steht oder als Wohnungseigentum aufgeteilt ist.

Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Prüfung im Einzelfall.

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