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Revit

Modellbasiert planen mit Autodesk

Thema: Aufmaß, Vermessung & BIM · Redaktion: Bräuer Architekten

1. Kurzdefinition

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Revit ist eine Software des Herstellers Autodesk für die modellbasierte Planung von Gebäuden nach der Methode BIM. Statt einzelne Linien zu zeichnen, werden Wände, Decken, Fenster, Treppen und technische Anlagen als intelligente Bauteile mit Eigenschaften modelliert. Grundrisse, Schnitte, Ansichten, Mengen und Listen entstehen automatisch aus demselben Modell. Revit wird von Architekten, Tragwerksplanern und Fachplanern für Haustechnik genutzt und ist vor allem bei größeren Planungsbüros und internationalen Projekten verbreitet.

2. Das Wichtigste auf einen Blick

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  • Revit ist eine BIM-Autorensoftware von Autodesk für Architektur, Tragwerk und Gebäudetechnik.
  • Alle Pläne und Listen werden aus einem zentralen Gebäudemodell abgeleitet.
  • Bauteile heißen in Revit Familien und tragen Geometrie und Informationen.
  • Für den offenen Austausch mit anderen Programmen dient das Format IFC.
  • Wichtige Alternativen sind ArchiCAD, Allplan und Vectorworks.

3. Wie Revit arbeitet

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Ein Revit-Projekt ist eine Datenbank des ganzen Gebäudes. Wird eine Wand im Grundriss verschoben, ändern sich Schnitte, Ansichten, Flächen und Mengen automatisch mit. Bauteile sind in Kategorien und Familien organisiert, etwa Wandtypen mit festgelegtem Schichtaufbau oder Fensterfamilien mit Parametern für Breite, Höhe und U-Wert. Über Parameter lassen sich beliebige Informationen ergänzen, zum Beispiel Brandschutzklassen, Kostengruppen oder Herstellerangaben. Mehrere Planer können über ein Zentralmodell gleichzeitig am selben Projekt arbeiten.

4. Fachdisziplinen in Revit

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BereichInhalte
ArchitekturWände, Decken, Dächer, Fenster, Türen, Räume, Flächen, Pläne
TragwerkStützen, Träger, Fundamente, Bewehrung, Anbindung an Statikprogramme
Gebäudetechnik (MEP)Lüftung, Heizung, Sanitär, Elektro, Leitungsnetze
BestandImport von Punktwolken zur Modellierung vorhandener Gebäude

5. Revit und offener Datenaustausch

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Das native Dateiformat von Revit ist RVT. Es kann nur von Revit selbst vollständig gelesen werden. Für die Zusammenarbeit mit Büros, die andere Software nutzen, wird das herstellerneutrale Format IFC verwendet. Man spricht dann von Open BIM. Wichtig ist, vorab im Projekt festzulegen, welche IFC-Version, welche Bauteilklassen und welche Eigenschaften übergeben werden. Für reine Planunterlagen werden außerdem DWG- und PDF-Dateien erzeugt, siehe CAD-Datei.

6. Revit im Bestand

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Bei Umbauten wird häufig zuerst ein Bestandsmodell erstellt. Dazu wird ein 3D-Laserscan als Punktwolke in Revit eingelesen und Bauteil für Bauteil nachmodelliert, ein Vorgehen, das als Scan-to-BIM bezeichnet wird. Die Detailtiefe richtet sich nach dem vereinbarten Level of Development. Unregelmäßige Altbauten mit schiefen Wänden und Gewölben verlangen dabei mehr Aufwand als rechtwinklige Neubauten.

7. Revit oder ArchiCAD

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Beide Programme sind vollwertige BIM-Werkzeuge. Revit ist stark in der Verknüpfung von Architektur, Tragwerk und Haustechnik und bei großen Projekten mit vielen Beteiligten verbreitet. ArchiCAD ist bei Architekturbüros in Deutschland und Europa sehr beliebt und gilt als besonders entwurfsfreundlich. Für den Bauherrn ist weniger die Software entscheidend als ein sauberer Datenaustausch über IFC und klare Absprachen im BIM-Abwicklungsplan.

8. Lizenz und Kosten

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Revit wird im Abonnement lizenziert, einzeln oder als Teil von Software-Paketen von Autodesk. Für Bauherren entstehen keine Lizenzkosten, wenn sie Modelle nur ansehen möchten: Dafür gibt es kostenlose Viewer für RVT- und IFC-Dateien.

9. Bedeutung für Bauherren und Eigentümer

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Bauherren profitieren von BIM durch weniger Planungsfehler, genauere Mengen und Kosten und eine bessere Datengrundlage für den späteren Betrieb. Bei Ausschreibungen von Planungsleistungen sollte festgelegt werden, welche Datenformate am Ende übergeben werden, damit das Modell auch ohne bestimmte Software weiter genutzt werden kann.

Bräuer Architekten plant mit ArchiCAD und tauscht Modelle mit Revit-Nutzern über IFC aus. Bestandsmodelle aus dem Laserscan liefern wir auf Wunsch als IFC, sodass sie in Revit und anderen BIM-Programmen weiterverwendet werden können.

10. Häufige Fehler

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  • Ein Modell wird nur im nativen Format übergeben und ist ohne Revit nicht nutzbar.
  • IFC-Austausch wird nicht vorab getestet.
  • Der Detaillierungsgrad des Modells wird nicht vereinbart.
  • Bestandsmodelle werden ohne Aufmaß aus alten Plänen modelliert.
  • Eigenschaften und Parameter sind uneinheitlich benannt.

11. Verwandte Fachbegriffe

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  • BIM – Building Information Modeling – Building Information Modeling, kurz BIM, ist eine Arbeitsmethode, bei der ein Bauwerk als digitales, bauteilorientiertes Modell geplant, gebaut und betrieben wird.
  • ArchiCAD – ArchiCAD ist eine BIM-Autorensoftware für die Planung, Modellierung, Dokumentation und Koordination von Gebäuden.
  • IFC-Datei – Eine IFC-Datei ist eine Datei im offenen Austauschformat Industry Foundation Classes (IFC).
  • Scan-to-BIM – Scan-to-BIM bezeichnet den Prozess, aus 3D-Laserscan-Punktwolken ein vollständiges, parametrisches BIM-Gebäudemodell zu erstellen.
  • LOD – Level of Development – Der Level of Development (LOD) beschreibt, wie weit ein Bauteil in einem BIM-Modell ausgearbeitet ist, also wie detailliert seine Geometrie dargestellt und wie …

12. Häufig gestellte Fragen

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Was ist Revit?

Eine BIM-Software von Autodesk, mit der Gebäude als intelligentes 3D-Modell geplant werden.

Kann ich Revit-Dateien ohne Revit öffnen?

Mit kostenlosen Viewern lassen sich RVT-Dateien ansehen. Für die Bearbeitung in anderer Software ist ein IFC-Export sinnvoll.

Ist Revit besser als ArchiCAD?

Nicht grundsätzlich. Beide sind leistungsfähig, die Wahl hängt von Büro, Projekt und Beteiligten ab.

Kann Revit Punktwolken verarbeiten?

Ja, Punktwolken aus Laserscans können eingelesen und als Grundlage für ein Bestandsmodell genutzt werden.

Brauche ich als Bauherr Revit?

Nein. Wichtig ist, dass Sie die Daten in offenen Formaten wie IFC und PDF erhalten.

Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Prüfung im Einzelfall.

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