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Raumprogramm

Welche Räume ein Gebäude braucht

Thema: Planung, HOAI & Kosten · Redaktion: Bräuer Architekten

1. Kurzdefinition

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Das Raumprogramm ist eine Aufstellung aller Räume, die ein Gebäude enthalten soll, mit ihren Größen, Funktionen und Anforderungen. Es fasst den Bedarf des Bauherrn zusammen und ist die Grundlage für den Entwurf. Erarbeitet wird es im Rahmen der Bedarfsplanung vor oder zu Beginn der Grundlagenermittlung. Im Unterschied zum Raumbuch, das einen geplanten oder vorhandenen Raum genau beschreibt, legt das Raumprogramm fest, was überhaupt gebraucht wird.

2. Das Wichtigste auf einen Blick

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  • Das Raumprogramm beschreibt den Bedarf, nicht die Lösung.
  • Es enthält Räume, Flächen, Funktionen, Beziehungen und besondere Anforderungen.
  • Es ist die Messlatte, an der Entwürfe geprüft werden.
  • Die Erstellung ist nach HOAI eine Besondere Leistung.
  • Die DIN 18205 beschreibt die Bedarfsplanung, aus der das Raumprogramm entsteht.

3. Was ein Raumprogramm enthält

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InhaltBeispiel
Raumbezeichnung und Anzahl3 Kinderzimmer, 1 Arbeitszimmer
Fläche je RaumKinderzimmer je 12–14 m²
Funktion und NutzungHomeoffice mit zwei Arbeitsplätzen
BeziehungenKüche mit direktem Zugang zum Garten
Besondere Anforderungenbarrierefreies Bad, ruhige Lage, Lager für Fahrräder
SummenNutzfläche gesamt, Zuschlag für Verkehrs- und Technikflächen

4. Vom Raumprogramm zur Gebäudegröße

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Die Summe der Nutzflächen ist nicht die Größe des Hauses. Hinzu kommen Flure, Treppen, Technikräume und die Konstruktionsflächen der Wände. Nach DIN 277 wird zwischen Nutzungsfläche, Verkehrsfläche, Technikfläche und Konstruktions-Grundfläche unterschieden. Bei Wohnhäusern liegt die Brutto-Grundfläche oft 30 bis 50 Prozent über der Summe der Nutzflächen. Wer das früh berücksichtigt, kann Raumprogramm, Grundstück und Budget abgleichen, bevor ein Entwurf entsteht.

5. Raumprogramm im Bestand

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Bei einem Umbau muss das Raumprogramm mit dem vorhandenen Gebäude abgeglichen werden. Ein Bestandsaufmaß zeigt, welche Flächen tatsächlich vorhanden sind und wo tragende Wände Grenzen setzen. Oft zeigt sich dabei, dass ein Teil des Programms im Bestand untergebracht werden kann und nur der Rest einen Anbau oder eine Aufstockung erfordert.

6. Beispiel aus der Praxis

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Eine Familie wünscht sich ein Haus mit vier Schlafzimmern, offenem Wohnbereich, Arbeitszimmer und Gästezimmer. Das Raumprogramm ergibt 165 m² Wohnfläche. Mit Verkehrs-, Technik- und Konstruktionsflächen wird eine Brutto-Grundfläche von etwa 230 m² benötigt. Der Abgleich mit dem Budget zeigt eine Lücke. Gemeinsam wird das Programm angepasst: Arbeits- und Gästezimmer werden zu einem Raum zusammengelegt, die Kinderzimmer etwas kleiner. Diese Entscheidung kostet am Anfang nichts, im fertigen Entwurf wäre sie teuer.

7. Bedeutung für Bauherren

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Ein klares Raumprogramm spart Entwurfsschleifen und Geld. Es zwingt dazu, Wünsche zu priorisieren, und macht Entwürfe vergleichbar. Bei öffentlichen und gewerblichen Bauten ist es ohnehin Voraussetzung für Förderung, Wettbewerb oder Ausschreibung der Planung.

Bräuer Architekten erarbeitet Raumprogramme gemeinsam mit Bauherren und gleicht sie mit Grundstück, Bestand und Budget ab.

8. Checkliste

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  • Welche Räume sind unverzichtbar, welche wünschenswert?
  • Wie verändert sich die Nutzung in zehn oder zwanzig Jahren?
  • Welche Räume müssen nebeneinander oder auf einer Ebene liegen?
  • Passt die resultierende Gebäudegröße zu Grundstück und Budget?

9. Häufige Fehler

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  • Es werden Grundrisse skizziert, bevor der Bedarf geklärt ist.
  • Nebenflächen wie Abstellräume, Technik und Hausanschluss werden vergessen.
  • Die Summe der Nutzflächen wird mit der Gebäudegröße gleichgesetzt.
  • Das Raumprogramm wird während des Entwurfs ständig erweitert, ohne das Budget anzupassen.

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10. Verwandte Fachbegriffe

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  • Bedarfsplanung – Die Bedarfsplanung klärt, welche Anforderungen ein Bauprojekt erfüllen muss, bevor konkrete Lösungen entworfen werden.
  • Grundlagenermittlung – Die Grundlagenermittlung ist die erste Leistungsphase der Objektplanung.
  • Raumbuch – Ein Raumbuch ist eine strukturierte Aufstellung aller Räume eines Gebäudes mit ihren Eigenschaften.
  • Nutzfläche – Der Begriff Nutzfläche wird im Bauwesen in mehreren Bedeutungen verwendet.
  • DIN 277 – Die DIN 277 ist die zentrale deutsche Norm zur Ermittlung von Grundflächen und Rauminhalten im Hochbau.

11. Häufig gestellte Fragen

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Was ist ein Raumprogramm?

Eine Aufstellung aller benötigten Räume mit Flächen, Funktionen und Anforderungen.

Wer erstellt das Raumprogramm?

Der Bauherr, oft mit Unterstützung des Architekten im Rahmen der Bedarfsplanung.

Ist es eine Grundleistung nach HOAI?

Nein, die Aufstellung eines Raumprogramms ist eine Besondere Leistung.

Was ist der Unterschied zum Raumbuch?

Das Raumprogramm beschreibt den Bedarf, das Raumbuch die Eigenschaften einzelner Räume im Detail.

Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Prüfung im Einzelfall.

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