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Gefälledämmung

Dämmen und Entwässern in einer Schicht

Thema: Haus, Bestand & Sanierung · Redaktion: Bräuer Architekten

1. Kurzdefinition

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Eine Gefälledämmung ist eine Wärmedämmung aus keilförmigen Platten, die einem Flachdach das nötige Gefälle zu den Abläufen gibt. Sie verbindet Wärmeschutz und Entwässerung in einer Schicht. Eingesetzt wird sie vor allem beim Warmdach, wenn die Tragkonstruktion selbst eben ist, etwa bei Betondecken ohne Gefälleestrich oder bei Sanierungen.

2. Das Wichtigste auf einen Blick

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  • Keilförmige Platten erzeugen ein Gefälle zu Abläufen, Rinnen oder Kehlen.
  • Für Abdichtungen wird ein Gefälle von mindestens 2 Prozent empfohlen.
  • Grundlage ist ein Verlegeplan, meist vom Hersteller berechnet.
  • Die dünnste Stelle bestimmt den Mindestwärmeschutz.
  • Beim Umkehrdach ersetzt eine Gefälledämmung das Gefälle der Abdichtungsebene nicht.

3. Warum Gefälle?

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Auf einem Dach ohne Gefälle bleibt Wasser in Pfützen stehen. Das belastet die Abdichtung, lässt Schmutz und Bewuchs entstehen und erhöht bei Undichtigkeiten den Schaden. Die Regeln für Abdichtungen empfehlen deshalb ein planmäßiges Gefälle von mindestens 2 Prozent. Dächer mit geringerem Gefälle sind Sonderkonstruktionen mit erhöhten Anforderungen. Durch Durchbiegung der Decke oder Toleranzen kann das tatsächliche Gefälle geringer ausfallen als geplant, deshalb wird oft etwas mehr vorgesehen.

4. Planung und Verlegung

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Für die Gefälledämmung wird ein Verlegeplan erstellt. Er legt fest, wo die Hochpunkte und Tiefpunkte liegen und wie die Flächen zu Graten und Kehlen zusammenlaufen. Zwischen zwei Abläufen entsteht eine Kehle, an Durchdringungen wie Lichtkuppeln oft ein Grat, der das Wasser um das Hindernis leitet. Die Platten bestehen aus EPS, PUR/PIR oder Mineralwolle. Wichtig ist, dass Anschlusshöhen an der Attika und an Türen auch am Hochpunkt der Dämmung eingehalten werden.

5. Wärmeschutz

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Weil die Dämmdicke schwankt, wird der U-Wert für eine Gefälledämmung nach einem eigenen Verfahren berechnet. Zusätzlich muss auch an der dünnsten Stelle der Mindestwärmeschutz eingehalten werden, damit dort keine Tauwasser- oder Schimmelgefahr entsteht. Die durchschnittliche Dicke ist deshalb höher als bei einer ebenen Dämmung mit gleichem Wärmeschutz.

6. Beispiel aus der Praxis

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Bei der Sanierung eines Flachdachs auf einem Wohnhaus aus den 1960er-Jahren steht nach Regen regelmäßig Wasser in der Dachmitte. Die alte Abdichtung wird entfernt, auf die Betondecke kommt eine Dampfsperre und darauf eine Gefälledämmung nach Verlegeplan mit Kehlen zu zwei neuen Abläufen. Durch die höhere Dämmung müssen die Attika aufgestockt und der Anschluss an die Dachterrassentür angepasst werden.

Bräuer Architekten plant Flachdachsanierungen in Rostock und M-V und erfasst den Bestand auf Wunsch mit einem genauen Aufmaß.

7. Häufige Fehler

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  • Es wird ohne Verlegeplan gedämmt, Pfützen bleiben stehen.
  • Die größere Aufbauhöhe am Hochpunkt wird bei Anschlüssen nicht berücksichtigt.
  • Der Wärmeschutz wird nur mit der mittleren Dicke nachgewiesen.
  • Kehlen zwischen den Abläufen werden vergessen, Wasser steht zwischen den Abläufen.

8. Verwandte Fachbegriffe

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  • Flachdach – Ein Flachdach ist ein Dach mit sehr geringer Neigung, in der Regel unter 10 Grad.
  • Warmdach und Kaltdach – Warmdach und Kaltdach bezeichnen zwei Grundprinzipien des Dachaufbaus: das nicht belüftete und das belüftete Dach.
  • Attika – Die Attika ist die über die Dachfläche hochgezogene Außenwand am Rand eines Flachdachs.
  • Umkehrdach – Das Umkehrdach ist ein Flachdach, bei dem die Wärmedämmung oberhalb der Abdichtung liegt.
  • Dachneigung – Die Dachneigung gibt an, wie steil eine Dachfläche gegenüber der Waagerechten geneigt ist.

9. Häufig gestellte Fragen

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Wie viel Gefälle braucht ein Flachdach?

Empfohlen sind mindestens 2 Prozent. Geringeres Gefälle ist nur als Sonderkonstruktion möglich.

Kann ich das Gefälle nur mit Dämmung herstellen?

Beim Warmdach ja. Beim Umkehrdach muss die Abdichtungsebene selbst Gefälle haben.

Wer erstellt den Verlegeplan?

Meist der Hersteller der Gefälledämmung auf Grundlage der Dachpläne.

Ist eine Gefälledämmung teurer?

Ja, wegen der größeren mittleren Dicke und des Zuschnitts. Dafür entfällt ein Gefälleestrich.

Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine fachliche Beratung im Einzelfall.

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