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Innendämmung

Dämmen von innen, wenn außen nicht geht

Thema: Energie, Förderung & Technik · Redaktion: Bräuer Architekten

1. Kurzdefinition

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Bei einer Innendämmung wird die Dämmschicht auf der Raumseite der Außenwand angebracht. Sie wird eingesetzt, wenn eine Außendämmung nicht möglich oder nicht gewünscht ist, etwa bei Denkmalen, erhaltenswerten Klinker- und Stuckfassaden, Grenzbebauung oder wenn nur eine einzelne Wohnung saniert wird. Innendämmung ist bauphysikalisch anspruchsvoller als eine Außendämmung, weil die alte Wand kälter wird und Feuchte an der Grenze zwischen Dämmung und Mauerwerk kondensieren kann. Richtig geplant funktioniert sie aber zuverlässig.

2. Das Wichtigste auf einen Blick

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  • Innendämmung schützt die Fassade und kann wohnungsweise umgesetzt werden.
  • Das Mauerwerk wird kälter, das Risiko für Tauwasser steigt.
  • Kapillaraktive Systeme leiten Feuchte zurück in den Raum.
  • Einbindende Decken und Innenwände bilden Wärmebrücken.
  • Für schwierige Fälle wird eine hygrothermische Simulation erstellt.

3. Systeme

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SystemPrinzipBeispiele
KapillaraktivFeuchte wird aufgenommen, verteilt und zur Raumseite abgegebenCalciumsilikat, Mineraldämmplatten, Holzfaser mit Lehmputz
DampfbremsendEine Dampfbremse begrenzt den Feuchteeintrag in die WandMineralwolle oder Holzfaser mit feuchtevariabler Dampfbremse
DampfdichtDiffusion wird nahezu verhindertSchaumglas, bestimmte Hartschaumsysteme

Die Wahl hängt von Wandaufbau, Schlagregenbelastung, Nutzung und Anforderungen des Denkmalschutzes ab. Hintergründe zur Feuchte erklären wir unter Taupunkt und Dampfsperre und Dampfbremse.

4. Kritische Punkte

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  • Schlagregen: Eine Fassade, die viel Regen aufnimmt, trocknet nach innen schlechter. Fugen und Steine müssen intakt sein, eventuell ist eine Hydrophobierung sinnvoll.
  • Balkenköpfe: Bei einer Holzbalkendecke werden die Balkenköpfe in der Außenwand kälter und feuchter. Sie brauchen besondere Aufmerksamkeit.
  • Wärmebrücken: Einbindende Innenwände und Decken leiten Wärme nach außen. Oft werden sie ein Stück mitgedämmt, sogenannte Flankendämmung.
  • Luftdichtheit: Hinterströmt warme Raumluft die Dämmung, fällt Tauwasser aus. Steckdosen und Leitungen in der Außenwand sind Schwachstellen.

5. Nachweis und Planung

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Für einfache Fälle genügt ein Nachweis nach dem Glaser-Verfahren oder nach den Regeln der Hersteller. Bei Denkmalen, Holzbalkenköpfen oder hoher Schlagregenbelastung empfiehlt sich eine hygrothermische Simulation, die den Feuchteverlauf über mehrere Jahre berechnet. Die WTA-Merkblätter geben anerkannte Regeln vor. Dämmstärken liegen meist zwischen 4 und 10 Zentimetern, weil mit zunehmender Dicke das Feuchterisiko und der Raumverlust steigen.

6. Förderung

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Innendämmungen können im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude gefördert werden, wenn die technischen Mindestanforderungen erfüllt sind. Für Baudenkmale und besonders erhaltenswerte Bausubstanz gelten erleichterte Anforderungen. Ein individueller Sanierungsfahrplan kann den Fördersatz erhöhen.

7. Bedeutung für Bauherren

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Innendämmung ist kein Notbehelf, sondern bei vielen Altbauten die passende Lösung. Sie verlangt aber eine sorgfältige Planung und Ausführung durch erfahrene Handwerker.

Bräuer Architekten plant Innendämmungen für Altbauten und Denkmale in Mecklenburg-Vorpommern, mit Aufmaß der Wandaufbauten und Abstimmung mit Bauphysik und Denkmalpflege.

8. Häufige Fehler

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  • Dämmstoffe werden ohne Feuchtenachweis gewählt.
  • Die Fassade wird vorher nicht auf Schlagregenschutz geprüft.
  • Einbindende Wände und Decken werden nicht berücksichtigt.
  • Leitungen und Steckdosen durchbrechen die luftdichte Ebene.

9. Verwandte Fachbegriffe

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  • Taupunkt – Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit kondensiert.
  • Wärmebrücke – Eine Wärmebrücke ist ein örtlich begrenzter Bereich der Gebäudehülle, über den mehr Wärme nach außen abfließt als über die angrenzenden Flächen.
  • Wärmedämmung und WDVS – Wärmedämmung verringert den Wärmeverlust eines Gebäudes über Wände, Dach, Fenster und Boden.
  • Denkmalgerechte Sanierung – Denkmalgerechte Sanierung bezeichnet die Instandsetzung, Modernisierung und Umnutzung eines Baudenkmals unter Wahrung seiner geschichtlichen, künstlerischen und baulichen Werte.
  • Dampfsperre und Dampfbremse – Dampfsperren und Dampfbremsen sind Bahnen oder Schichten auf der warmen Seite eines gedämmten Bauteils.

10. Häufig gestellte Fragen

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Ist Innendämmung schlechter als Außendämmung?

Bauphysikalisch anspruchsvoller, aber bei richtiger Planung dauerhaft funktionsfähig.

Welcher Dämmstoff ist geeignet?

Häufig kapillaraktive Platten wie Calciumsilikat oder Holzfaser mit Lehmputz. Die Wahl hängt vom Einzelfall ab.

Wie dick sollte eine Innendämmung sein?

Meist 4 bis 10 Zentimeter.

Wird Innendämmung gefördert?

Ja, im Rahmen der BEG, wenn die technischen Mindestanforderungen erfüllt sind.

Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Prüfung im Einzelfall.

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