Zurück zum Lexikon

Dachrinne

Regenwasser sicher vom Dach ableiten

Thema: Haus, Bestand & Sanierung · Redaktion: Bräuer Architekten

1. Kurzdefinition

nach oben

Die Dachrinne fängt das Regenwasser an der Traufe auf und leitet es zu den Fallrohren. Sie schützt Fassade, Sockel und Fundament vor herabstürzendem Wasser. Dachrinnen gibt es als außen hängende Rinnen und als innenliegende Rinnen, die in die Dachkonstruktion eingebaut sind. Größe und Anzahl der Abläufe richten sich nach Dachfläche und Regenmenge.

2. Das Wichtigste auf einen Blick

nach oben
  • Hängerinnen sind halbrund oder kastenförmig und hängen in Rinnenhaltern.
  • Gängige Materialien sind Titanzink, Kupfer, Aluminium, Edelstahl und Kunststoff.
  • Rinnen werden mit leichtem Gefälle zu den Abläufen montiert.
  • Lange Rinnen brauchen Dehnungsausgleicher.
  • Laub und Moos müssen regelmäßig entfernt werden.

3. Formen und Material

nach oben

Die halbrunde Hängerinne ist am weitesten verbreitet. Die Kastenrinne mit eckigem Querschnitt fasst bei gleicher Breite mehr Wasser und wirkt moderner. Innenliegende Rinnen liegen hinter der Traufe oder hinter einer Attika und sind von außen nicht sichtbar. Sie sind gestalterisch beliebt, aber deutlich schadensanfälliger, weil ein Überlaufen direkt in die Konstruktion führt. Sie brauchen deshalb eine Notentwässerung. Beim Material sind Titanzink und Kupfer langlebig und lassen sich löten, Aluminium und Kunststoff sind leichter und günstiger.

4. Bemessung und Gefälle

nach oben

Die Rinnengröße wird aus der angeschlossenen Dachfläche und der Regenspende berechnet, also der Regenmenge, die bei Starkregen in kurzer Zeit fällt. Die Normen zur Grundstücksentwässerung enthalten dafür Verfahren. Ein leichtes Gefälle von wenigen Millimetern je Meter sorgt dafür, dass kein Wasser stehen bleibt. Metallrinnen dehnen sich bei Temperaturwechseln aus. Bei langen Rinnen werden deshalb Dehnungsausgleicher eingebaut, sonst reißen Lötnähte.

5. Wartung

nach oben

Verstopfte Rinnen laufen über, Wasser läuft an der Fassade herab und durchfeuchtet Mauerwerk und Sockel. Das kann bis zu einem feuchten Keller führen. Rinnen sollten mindestens einmal im Jahr, unter Bäumen häufiger, gereinigt werden. Laubschutzgitter verringern den Aufwand, ersetzen die Kontrolle aber nicht. Bei Schnee und Eis können Rinnenheizungen oder ein Schneefang auf dem Dach Schäden verhindern.

6. Beispiel aus der Praxis

nach oben

An einem Mehrfamilienhaus zeigen sich unter der Traufe Algen und abplatzender Putz. Die Rinne ist durchgerostet und hat zu wenig Gefälle, Wasser steht und läuft über. Bei der Sanierung wird eine neue Titanzinkrinne mit Gefälle, Dehnungsausgleich und zusätzlichem Fallrohr eingebaut, weil die Dachfläche für ein Fallrohr zu groß war.

Bräuer Architekten plant die Dachentwässerung bei Neubau und Sanierung und erfasst Schäden im Bestand.

7. Häufige Fehler

nach oben
  • Die Rinne ist für die Dachfläche zu klein bemessen.
  • Es fehlt das Gefälle zu den Abläufen.
  • Innenliegende Rinnen ohne Notüberlauf.
  • Rinnen werden nicht regelmäßig gereinigt.

8. Verwandte Fachbegriffe

nach oben
  • Fallrohr und Standrohr – Das Fallrohr führt das Regenwasser von der Dachrinne nach unten, das Standrohr bildet den robusten unteren Abschluss bis zur Grundleitung.
  • Traufe und Traufhöhe – Die Traufe ist die untere, meist waagerechte Kante einer Dachfläche, an der das Regenwasser abtropft oder in die Dachrinne läuft.
  • Attika – Die Attika ist die über die Dachfläche hochgezogene Außenwand am Rand eines Flachdachs.
  • Feuchter Keller und Kellerabdichtung – Ein feuchter Keller entsteht, wenn Wasser von außen in die Wände und den Boden eindringt, in der Wand aufsteigt oder sich Raumluftfeuchte an kalten Oberflächen niederschlägt.
  • Instandsetzung – Instandsetzung bezeichnet alle Maßnahmen, mit denen der bestimmungsgemäße, gebrauchsfähige Zustand eines Bauwerks oder Bauteils wiederhergestellt wird, nachdem er durch Abnutzung, Alterung, Witterung oder Schäden beeinträchtigt wurde.

9. Häufig gestellte Fragen

nach oben

Wie viel Gefälle braucht eine Dachrinne?

Ein leichtes Gefälle von wenigen Millimetern je Meter zum Ablauf genügt.

Welches Material ist am besten?

Titanzink und Kupfer sind besonders langlebig, Aluminium und Kunststoff leichter und günstiger.

Wie oft sollte die Rinne gereinigt werden?

Mindestens einmal im Jahr, unter Bäumen häufiger.

Sind innenliegende Rinnen problematisch?

Sie sind schadensanfälliger und brauchen eine Notentwässerung und sorgfältige Wartung.

Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine fachliche Beratung im Einzelfall.

Zurück