Einfamilienhaus mit Garage in Satow | Neubau

Ein Wohnhaus entsteht immer aus dem Zusammenspiel von Grundstück, Bauherrenwünschen und den baurechtlichen Rahmenbedingungen. Bei diesem Einfamilienhaus in Satow stand die Entwicklung eines klar strukturierten Familienhauses im Mittelpunkt, das Wohnen, Arbeiten und die alltäglichen Funktionen eines Haushalts in einer übersichtlichen und langfristig nutzbaren Grundrissstruktur zusammenführt.

Das Gebäude wurde als freistehendes Einfamilienhaus mit separater Garage innerhalb der Innenbereichssatzung „Kammerhof“ geplant. Die Planung nutzt die vorhandenen Grundstücksverhältnisse, um ein kompaktes Wohnhaus mit gut gegliederten Außenräumen und kurzen Wegen zwischen Haus, Garage und Freiflächen zu schaffen.

Der Entwurf folgt einer klaren Trennung zwischen gemeinschaftlich genutzten Bereichen im Erdgeschoss und den privaten Rückzugsräumen im Obergeschoss. Gleichzeitig wurde bereits in der Genehmigungsplanung berücksichtigt, dass sich Anforderungen an Wohnen und Arbeiten im Laufe der Nutzungsdauer verändern können. Ein zusätzlicher Raum im Erdgeschoss ermöglicht daher unterschiedliche Nutzungen als Gästezimmer, Arbeitszimmer oder später auch als flexibel nutzbarer Wohnraum.

Charakteristisch für das Gebäude ist die kompakte Kubatur mit umlaufendem Dachüberstand und einem Walmdach mit einer Dachneigung von etwa 25 Grad. Die Gebäudeform erzeugt ein ausgewogenes Erscheinungsbild und ermöglicht gleichzeitig eine wirtschaftliche Gebäudehülle.

Die Planung orientiert sich an den Anforderungen der EnEV 2009 und war als KfW-Effizienzhaus 70 vorgesehen. Als Heizsystem wurde eine Luft-Wärmepumpe mit Fußbodenheizung in Erd- und Obergeschoss vorgesehen. Die Außen- und Innenwände sollten in Porenbetonbauweise ausgeführt werden.

Projektsteckbrief

Merkmal Angabe
Projekt Neubau Einfamilienhaus mit Garage
Standort Satow, Mecklenburg-Vorpommern
Gebäudetyp Freistehendes Einfamilienhaus
Bauweise Einzelhaus
Geschosse Erdgeschoss und Obergeschoss
Wohnfläche ca. 145,79 m²
Nutzfläche Haus ca. 145,79 m² nach vorliegender Flächenaufstellung
Garage ca. 39,39 m²
Grundstücksfläche ca. 691 m² laut Flächenangabe im Lageplan
Dachform Walmdach
Dachneigung ca. 25°
Firsthöhe ca. 7,75 m
Traufhöhe ca. 5,88 m
Heizsystem Luft-Wärmepumpe
Wärmeverteilung Fußbodenheizung EG und OG
Energiestandard KfW-Effizienzhaus 70 vorgesehen
Planungsstand Genehmigungsplanung
Planungsjahr 2013

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Freistehendes Einfamilienhaus mit separater Garage

  • Wohnfläche von rund 146 m²

  • Zwei Vollgeschossebenen mit klarer Funktionsaufteilung

  • Separates Arbeits- bzw. Gästezimmer im Erdgeschoss

  • Großzügiger Wohn-, Ess- und Küchenbereich

  • Hauswirtschaftsraum mit Technikflächen

  • Elternbereich mit Ankleide im Obergeschoss

  • Zwei Kinderzimmer ähnlicher Größe

  • Familienbad im Obergeschoss

  • Luft-Wärmepumpe und Fußbodenheizung

  • Geplanter KfW-70-Standard

  • Kompakte Bauform mit Walmdach

Die Planungsaufgabe

Die Planungsaufgabe bestand darin, auf einem Grundstück innerhalb der Innenbereichssatzung „Kammerhof“ ein familiengerechtes Wohnhaus mit Garage zu entwickeln. Das Haus sollte ausreichend Platz für eine Familie bieten und gleichzeitig eine übersichtliche und wirtschaftliche Grundrissorganisation erhalten.

Neben den klassischen Wohnfunktionen war die Integration eines zusätzlichen flexibel nutzbaren Raumes im Erdgeschoss Bestandteil der Planung. Dadurch konnte bereits in der Grundstruktur auf unterschiedliche Lebenssituationen reagiert werden. Das Gebäude sollte sowohl den Anforderungen einer jungen Familie als auch späteren Nutzungsänderungen gerecht werden.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Verbindung von Wohnkomfort und energieeffizienter Gebäudetechnik. Die vorgesehene Wärmepumpentechnik und die energetische Zielsetzung als KfW-Effizienzhaus 70 spiegeln diesen Ansatz wider.

Das Grundstück und die Gebäudeanordnung

Das Grundstück liegt innerhalb der Ortslage von Satow. Die Planung sieht die Positionierung des Wohnhauses im zentralen Grundstücksbereich vor. Die Garage wurde als eigenständiger Baukörper seitlich neben dem Wohnhaus angeordnet. Dadurch entsteht zwischen Zufahrt, Garage und Hauseingang eine funktionale Erschließungszone.

Die Zufahrt erfolgt von der öffentlichen Erschließung aus. Zusätzlich wurde ein weiterer Stellplatz im Bereich der Garage vorgesehen. Die Anordnung der Gebäude schafft einen geschützten Freibereich auf der dem Garten zugewandten Seite des Hauses. Im Lageplan ist darüber hinaus eine mögliche Terrassenfläche dargestellt.

Die Freiraumstruktur ermöglicht kurze Wege zwischen Garage, Hauseingang und Gartenbereich und unterstützt eine klare Orientierung auf dem Grundstück.

Die Entwurfsidee

Der Entwurf basiert auf einer einfachen und gut nachvollziehbaren Organisationsstruktur. Im Erdgeschoss befinden sich die gemeinschaftlich genutzten Räume des täglichen Wohnens. Das Obergeschoss nimmt die privaten Rückzugsräume der Familie auf.

Die zentrale Treppenanlage bildet das räumliche Bindeglied zwischen beiden Ebenen. Von ihr aus werden sämtliche Räume erschlossen. Dadurch entstehen kurze Wege und eine übersichtliche Orientierung innerhalb des Hauses.

Der Wohnbereich öffnet sich zum Außenraum und bildet gemeinsam mit Essen und Küche den Mittelpunkt des Familienlebens. Gleichzeitig bleibt jeder Funktionsbereich klar erkennbar. Diese Organisation ermöglicht sowohl gemeinschaftliche Nutzung als auch unterschiedliche Nutzungsintensitäten einzelner Räume.

Grundrissorganisation

Erdgeschoss

Das Erdgeschoss umfasst die Bereiche Diele, zwei WC-Räume, Hauswirtschaftsraum, Küche, Essen, Wohnen sowie einen zusätzlichen Raum für Arbeiten oder Gäste.

Die zentrale Diele mit rund 13,4 m² Wohnfläche dient als Verteilerraum des Hauses. Von hier aus werden sämtliche Hauptfunktionen erreicht. Die Treppe ins Obergeschoss liegt gut sichtbar innerhalb der Erschließungszone und bildet einen räumlichen Mittelpunkt des Grundrisses.

Direkt an die Diele angeschlossen befindet sich ein Garderobenbereich. Ergänzend sind zwei kleine Sanitärbereiche vorgesehen, wodurch Besucher- und Alltagsnutzung voneinander getrennt werden können.

Der Hauswirtschaftsraum mit knapp 14 m² bietet Platz für Haustechnik, Wärmepumpe, Waschmaschine sowie weitere Lager- und Versorgungsfunktionen. Die technische Infrastruktur des Gebäudes wird damit in einem eigenen Funktionsbereich gebündelt.

Küche und Essbereich stehen in direkter Verbindung. Die Küche verfügt über etwa 9 m² Wohnfläche, während der Essbereich rund 15 m² umfasst. Diese Anordnung ermöglicht kurze Wege zwischen Kochen, Essen und den angrenzenden Wohnbereichen.

Der Wohnraum bildet mit rund 19 m² Wohnfläche den größten Einzelraum des Erdgeschosses. Großformatige Öffnungen schaffen einen direkten Bezug zur Terrasse und zum Gartenbereich.

Ergänzt wird das Raumprogramm durch ein etwa 11 m² großes Arbeits- bzw. Gästezimmer. Dieser Raum erweitert die Nutzungsmöglichkeiten des Hauses deutlich und kann unterschiedlichen Lebensphasen angepasst werden.

Obergeschoss

Das Obergeschoss ist als privater Familienbereich organisiert. Hier befinden sich Elternschlafzimmer, Ankleide, Familienbad, zwei Kinderzimmer sowie die zentrale Erschließungsfläche.

Die beiden Kinderzimmer verfügen jeweils über etwa 11,3 m² Wohnfläche und sind nahezu gleich groß dimensioniert. Dadurch entstehen vergleichbare Nutzungsmöglichkeiten innerhalb der Familienstruktur.

Das Elternschlafzimmer besitzt eine Wohnfläche von rund 11,3 m² und wird durch eine separate Ankleide mit etwa 6,4 m² ergänzt. Die Ankleide fungiert als vermittelnder Bereich zwischen Schlafen und den übrigen Räumen des Obergeschosses.

Das Familienbad verfügt über rund 11,3 m² Wohnfläche und bietet ausreichend Raum für die üblichen Funktionen eines Familienbades.

Die Flurzone und das Treppenauge sorgen für eine zentrale Erschließung aller Räume und ermöglichen gleichzeitig eine räumliche Verbindung zwischen den Geschossen.

Architektur und Baukörper

Der Baukörper folgt einer kompakten rechteckigen Grundform mit klar ablesbarer Gliederung. Das Walmdach prägt die äußere Erscheinung des Gebäudes und sorgt durch die umlaufenden Dachüberstände für einen ausgewogenen Gebäudeabschluss.

Die Fassaden werden durch eine regelmäßige Fensteranordnung strukturiert. Der Eingangsbereich wird durch ein vorgelagertes Dach betont. Auf der Gartenseite öffnen größere Fensterelemente die Wohnbereiche zum Außenraum. Die Ansichten zeigen eine ruhige und ausgewogene Fassadengliederung ohne übermäßige formale Akzente.

Die separate Garage nimmt die Formensprache des Wohnhauses auf und ergänzt das Ensemble zu einer zusammenhängenden Gesamtanlage.

Tageslicht und Belichtung

Die Planung nutzt Fensteröffnungen auf allen Gebäudeseiten, um die Innenräume mit Tageslicht zu versorgen. Besonders die Aufenthaltsräume im Erdgeschoss profitieren von mehreren Belichtungsrichtungen.

Der Wohnbereich erhält über großflächige Öffnungen einen direkten Bezug zur Terrasse und zu den Freiflächen. Auch der Essbereich wird durch große Fensterflächen belichtet. Die Küche verfügt über eigene Fenster und kann unabhängig vom Wohnbereich natürlich belichtet und belüftet werden.

Im Obergeschoss besitzen sämtliche Schlaf- und Kinderzimmer eigene Fensterflächen. Das Familienbad wird ebenfalls natürlich belichtet. Die regelmäßige Fensteranordnung unterstützt eine gleichmäßige Tageslichtversorgung der Wohnräume.

Außenraumbezug

Die Wohnräume des Erdgeschosses orientieren sich zur vorgesehenen Terrassen- und Gartenfläche. Insbesondere die Bereiche Wohnen und Essen besitzen einen unmittelbaren Bezug zu den Außenanlagen.

Durch die Stellung von Wohnhaus und Garage entstehen unterschiedliche Freiraumbereiche auf dem Grundstück. Dies ermöglicht eine Gliederung zwischen Erschließung, Stellplatzflächen und privaten Gartenbereichen.

Die Terrassenzone liegt in direkter Verbindung mit den Hauptaufenthaltsräumen und erweitert die Nutzbarkeit des Wohnbereiches in den Außenraum.

Konstruktion und Gebäudetechnik

Laut Genehmigungsplanung sollten Außen- und Innenwände in Porenbetonbauweise (Ytong) ausgeführt werden. Ergänzend war ein Wärmedämmverbundsystem vorgesehen.

Die energetische Konzeption orientierte sich an den Anforderungen der EnEV 2009. Als Heizsystem war eine Luft-Wärmepumpe vorgesehen. Die Wärmeverteilung sollte über Fußbodenheizungen im Erd- und Obergeschoss erfolgen.

Die Planung nennt zudem das Ziel eines KfW-Effizienzhauses 70. Die erforderlichen Dämmmaßnahmen an Bodenplatte und Deckenebene sollten entsprechend den Nachweisen des Wärmeschutzkonzeptes umgesetzt werden.

Analyse der Grundrissqualitäten

Die Grundrissstruktur folgt einer klaren funktionalen Ordnung. Die gemeinschaftlichen Wohnfunktionen befinden sich im Erdgeschoss, während das Obergeschoss den privaten Familienbereich aufnimmt.

Auffällig ist die zentrale Stellung der Treppe, wodurch die Erschließungswege kurz gehalten werden. Die wichtigsten Aufenthaltsräume liegen in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander und ermöglichen eine enge Verknüpfung der täglichen Wohnabläufe.

Der zusätzliche Raum „Arbeiten/Gast“ erweitert die Nutzungsmöglichkeiten des Hauses erheblich. Bereits in der ursprünglichen Planung wird damit auf unterschiedliche Lebenssituationen reagiert.

Die Kinderzimmer besitzen vergleichbare Größen und schaffen gleichwertige Nutzungsmöglichkeiten. Die Kombination aus Schlafzimmer, Ankleide und Familienbad bildet im Obergeschoss eine klar strukturierte Familienebene.

Der Hauswirtschaftsraum verfügt über ausreichende Flächenreserven für Technik, Lagerung und Haushaltsfunktionen. Dadurch bleiben die eigentlichen Wohnräume von technischen Nebenfunktionen weitgehend frei.

Zukunftsorientierung

Mehrere Elemente der Planung unterstützen eine langfristige Nutzbarkeit des Hauses.

Dazu zählen insbesondere:

  • separates Arbeits- oder Gästezimmer im Erdgeschoss

  • großzügiger Hauswirtschaftsraum

  • kompakte und übersichtliche Erschließungsstruktur

  • gleichwertige Kinderzimmer

  • energieeffiziente Gebäudetechnik mit Wärmepumpe

  • klar getrennte Wohn- und Privatbereiche

Die Planung schafft damit Voraussetzungen für unterschiedliche Familienphasen und wechselnde Nutzungsanforderungen.

Für welche Anforderungen eignet sich dieser Grundrisstyp?

Dieser Grundrisstyp eignet sich insbesondere für:

  • Familien mit zwei Kindern

  • Familien mit Homeoffice-Anforderungen

  • Bauherren mit Wunsch nach klaren Raumstrukturen

  • Nutzer mit Bedarf an Gästezimmern

  • Bauherren, die Wohn- und Technikflächen eindeutig trennen möchten

  • Haushalte mit langfristiger Nutzungsperspektive

Durch die Kombination aus Familienbereichen, Arbeitsraum und funktionalen Nebenflächen bietet der Entwurf ein breites Nutzungsspektrum innerhalb einer kompakten Gebäudeform.

Fazit

Das Einfamilienhaus in Satow zeigt eine klar gegliederte und funktional orientierte Planung für das familiengerechte Wohnen. Die Grundrissorganisation trennt gemeinschaftliche und private Bereiche nachvollziehbar voneinander und schafft kurze Wege innerhalb des Hauses.

Die Kombination aus Wohnbereich, separatem Arbeits- oder Gästezimmer, großzügigem Hauswirtschaftsraum und familienorientiertem Obergeschoss bildet eine robuste Grundstruktur für unterschiedliche Lebenssituationen. Ergänzt wird dies durch eine kompakte Baukörpergestaltung mit Walmdach sowie eine auf Energieeffizienz ausgerichtete Gebäudetechnik.

Die Genehmigungsplanung dokumentiert damit einen Entwurf, der auf Übersichtlichkeit, Nutzungsflexibilität und langfristige Alltagstauglichkeit ausgerichtet wurde.

Über Bräuer Architekten

Bräuer Architekten aus Rostock planen seit vielen Jahren Wohngebäude, Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser sowie Projekte im Bestand. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung funktionaler und langfristig nutzbarer Gebäude mit klaren Grundrissstrukturen, nachvollziehbaren Wegebeziehungen und wirtschaftlichen Lösungen.

Die Planung folgt dabei dem Grundsatz, dass gute Architektur nicht durch formale Effekte entsteht, sondern durch Räume, die den Alltag ihrer Nutzer sinnvoll unterstützen.

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Wir unterstützen Bauherren bei der Entwicklung funktionaler, wirtschaftlicher und langfristig nutzbarer Wohnhäuser – von der ersten Idee bis zur Genehmigungsplanung und darüber hinaus.