Zweifamilienhaus in Balm am Achterwasser – kompaktes Mehrgenerationenhaus mit zwei eigenständigen Wohneinheiten | Neubau

Zwei eigenständige Wohnungen unter einem Dach – Nähe ermöglichen, Selbstständigkeit bewahren

In unmittelbarer Nähe zum Achterwasser auf der Insel Usedom entstand die Planung für ein kompaktes Wohngebäude mit zwei eigenständigen Wohneinheiten. Das Gebäude verbindet die Vorteile eines klassischen Einfamilienhauses mit den Nutzungsmöglichkeiten eines kleinen Mehrfamilienhauses und reagiert damit auf unterschiedliche Lebenssituationen – vom Mehrgenerationenwohnen bis zur Kombination von Dauerwohnen und zeitweiser Gästenutzung. Grundlage dieser Ausarbeitung sind ausschließlich die Genehmigungsunterlagen des Bauvorhabens.

Der Entwurf nutzt ein rund 1.144 m² großes Grundstück innerhalb des Bebauungsplanes „An der Fischerwurt“ in Balm. Die Bebauung orientiert sich an den Vorgaben des B-Plans und positioniert das Gebäude so auf dem Grundstück, dass Zufahrt, Stellplätze, Zugänge und Freiflächen klar gegliedert werden.

Architektonisch zeigt sich das Haus als klar gegliederter, zweigeschossiger Baukörper mit Walmdach. Die Fassaden werden durch große Fensterflächen, vorgelagerte Terrassen und einen großzügigen Balkon strukturiert. Das Erscheinungsbild wirkt ruhig und ausgewogen, ohne aufwendige gestalterische Elemente zu benötigen.

Besonders interessant ist die innere Organisation des Gebäudes. Während sich im Erdgeschoss zwei voneinander unabhängige Wohneinheiten befinden, entwickelt sich im Obergeschoss eine großzügige Erweiterung der größeren Wohnung. Dadurch entsteht eine Kombination aus separater Einliegerwohnung und familiengerechtem Hauptwohnbereich.

Projektsteckbrief

Merkmal Angabe
Projekt Neubau eines Wohngebäudes mit 2 Wohneinheiten
Gebäudetyp Zweifamilienhaus / kleines Mehrfamilienhaus
Standort Balm, Gemeinde Benz, Insel Usedom
Grundstücksgröße ca. 1.144 m²
Geschosse 2 Vollgeschosse
Dachform Walmdach
Dachneigung ca. 25°
Gebäudeklasse I
Wohnfläche gesamt ca. 224,35 m²
Wohnfläche WE 01 ca. 155,39 m²
Wohnfläche WE 02 ca. 68,96 m²
Grundfläche gesamt (DIN 277) ca. 250,41 m²
Bruttorauminhalt laut Unterlagen ca. 638,10 m³
Stellplätze 3 PKW-Stellplätze
Heizsystem Wärmepumpe (gemäß Planung dargestellt)
Planungsstand Genehmigungsplanung 2016

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Zweigeschossiges Wohnhaus mit zwei Wohneinheiten

  • Großzügige Hauptwohnung über Erd- und Obergeschoss

  • Separate Erdgeschosswohnung mit eigenem Eingang

  • Walmdach mit klarer, kompakter Gebäudeform

  • Großzügige Terrassen- und Balkonflächen

  • Offene Wohn- und Essbereiche

  • Drei PKW-Stellplätze auf dem Grundstück

  • Grundstücksgröße von rund 1.144 m²

  • Planung für den Standort Balm auf Usedom

Die Planungsaufgabe

Die Genehmigungsplanung verfolgt das Ziel, zwei unabhängige Wohneinheiten innerhalb eines gemeinsamen Baukörpers zu organisieren. Dabei sollte einerseits eine eigenständige kleinere Wohnung entstehen, andererseits eine deutlich größere Hauptwohnung mit familiengerechter Raumstruktur.

Die Aufgabe bestand somit nicht darin, möglichst viele Wohnungen auf dem Grundstück unterzubringen, sondern zwei unterschiedlich große Wohnangebote in einer wirtschaftlichen Gebäudeform zusammenzufassen. Die Planung verbindet die Vorteile eines gemeinsamen Baukörpers mit der funktionalen Trennung der Nutzungen.

Das Grundstück und die Gebäudeanordnung

Das Grundstück liegt im Bereich des Bebauungsplans „An der Fischerwurt“ in Balm. Die Grundstücksgeometrie ist unregelmäßig und wird durch die angrenzende Erschließungsstraße geprägt. Das Gebäude wurde innerhalb der vorgegebenen Baugrenzen positioniert und orientiert sich mit den Hauptaufenthaltsräumen zu den Freiflächen des Grundstücks.

Die Erschließung erfolgt von der Straße „Zur Fischerwurt“. Im vorderen Grundstücksbereich befinden sich die Zufahrt sowie drei Stellplätze. Müllstellplatz und technische Anschlüsse sind ebenfalls in diesem Bereich organisiert. Dadurch bleiben die rückwärtigen Grundstücksteile weitgehend dem Wohnen und Aufenthalt vorbehalten.

Die Positionierung des Hauses ermöglicht umlaufende Freiflächen und schafft ausreichend Abstand zu den Grundstücksgrenzen. Die geplanten Terrassen erweitern die Wohnbereiche in den Außenraum.

Die Entwurfsidee

Der Entwurf basiert auf einem kompakten rechteckigen Hauptbaukörper mit klarer Dachform. Anstatt das Gebäude durch zahlreiche Vor- und Rücksprünge zu gliedern, erfolgt die Differenzierung über Terrassen, Balkonbereiche und die innere Organisation.

Die größere Wohnung entwickelt sich über zwei Ebenen. Die kleinere Wohnung wird vollständig im Erdgeschoss organisiert. Dadurch entsteht eine klare Trennung zwischen Hauptwohnung und Einliegerwohnung.

Die Fassadenansichten zeigen eine ausgewogene Fensteranordnung. Großzügige Verglasungen konzentrieren sich auf die Aufenthaltsräume, während Nebenräume mit kleineren Öffnungen auskommen. Dies unterstützt sowohl die Belichtung als auch die energetische Kompaktheit des Gebäudes.

Grundrissorganisation

Erdgeschoss

Im Erdgeschoss befinden sich die komplette Wohneinheit WE02 sowie die Eingangsebene der größeren Wohnung WE01.

Die Wohnung WE01 verfügt über:

  • Diele

  • Gäste-WC

  • Abstellraum

  • Zimmer

  • großzügigen Küchen- und Essbereich

Der zentrale Wohnbereich der Hauptwohnung entwickelt sich über die offene Küchen- und Esszone. Die Fläche von knapp 30 m² bildet den gemeinschaftlichen Mittelpunkt der Wohnung. Ergänzt wird dieser Bereich durch ein zusätzliches Zimmer, das flexibel genutzt werden kann. Die unmittelbar angrenzenden Nebenräume sorgen für kurze Wege im Alltag.

Die Wohneinheit WE02 besitzt einen eigenen Zugang und umfasst:

  • Diele

  • Abstellraum

  • Schlafzimmer

  • Bad

  • Küche

  • Wohnen/Essen

Mit rund 69 m² Wohnfläche bietet diese Einheit ein vollständiges, eigenständig nutzbares Wohnangebot. Der Wohn- und Essbereich bildet auch hier den Mittelpunkt der Wohnung.

Zwischen beiden Wohnungen befindet sich das zentrale Treppenhaus der Hauptwohnung.

Obergeschoss

Das Obergeschoss gehört vollständig zur größeren Wohneinheit WE01.

Hier befinden sich:

  • großer zentraler Aufenthaltsraum

  • drei weitere Räume

  • großzügiges Bad

  • zwei Terrassen

  • Treppenauge mit Verbindung zum Erdgeschoss

Die Raumstruktur ermöglicht unterschiedliche Nutzungen. Die Räume können beispielsweise als Schlafräume, Kinderzimmer, Arbeitszimmer oder Gästezimmer genutzt werden. Die großzügigen Flächen und die regelmäßige Geometrie bieten hierfür gute Voraussetzungen.

Besonders prägend sind die beiden gegenüberliegenden Terrassen. Sie erweitern die Aufenthaltsqualität des Obergeschosses und schaffen zusätzliche Freiräume unmittelbar am Wohnbereich.

Architektur und Baukörper

Der Baukörper folgt einer klaren und ruhigen Formensprache. Das zweigeschossige Gebäude wird von einem Walmdach mit einer Dachneigung von etwa 25 Grad abgeschlossen. Die kompakte Kubatur unterstützt sowohl die Wirtschaftlichkeit als auch die energetische Qualität des Gebäudes.

Die Fassaden werden durch einen Wechsel aus geschlossenen Wandflächen und großformatigen Öffnungen geprägt. Besonders auf den Gartenseiten sorgen die großen Fensterelemente für eine enge Verbindung zwischen Innen- und Außenraum.

Der zentrale Balkon des Obergeschosses bildet ein markantes Gestaltungselement. Zusammen mit den Terrassen entsteht eine klare horizontale Gliederung der Fassaden.

Tageslicht und Belichtung

Die Planung nutzt die Fassadenflächen konsequent für die natürliche Belichtung der Aufenthaltsräume.

Die Wohn- und Essbereiche erhalten großformatige Fenster- und Türelemente. Dadurch entstehen helle Aufenthaltsräume mit direktem Bezug zu den Außenflächen. Die Schlaf- und Individualräume verfügen über eigene Fensterflächen und werden jeweils natürlich belichtet.

Auch das Obergeschoss profitiert von den großen Verglasungen an den Terrassenbereichen. Die offene Raumstruktur um das Treppenauge unterstützt zusätzlich die Verteilung des Tageslichts innerhalb der Wohnung.

Außenraumbezug

Die Planung bindet die Außenflächen unmittelbar in das Wohnkonzept ein.

Im Erdgeschoss entstehen Terrassenflächen als Erweiterung der Wohnbereiche. Die großformatigen Terrassen- und Fenstertüren schaffen einen direkten Übergang zwischen Innen- und Außenraum.

Im Obergeschoss ergänzen zwei Terrassen beziehungsweise Balkonbereiche das Raumangebot. Dadurch stehen Freisitze auf unterschiedlichen Ebenen zur Verfügung.

Die Grundstücksgröße erlaubt darüber hinaus großzügige Gartenflächen, die flexibel genutzt werden können.

Konstruktion und Gebäudetechnik

Laut Genehmigungsunterlagen sind die Außen- und Innenwände in Porenbeton beziehungsweise alternativ Kalksandstein vorgesehen. Die Außenhülle wird durch ein Wärmedämmverbundsystem ergänzt. Fenster, Bodenplattendämmung und Dämmung der Deckenebene entsprechen den Anforderungen der zum Planungszeitpunkt gültigen EnEV 2016.

Die Fenster sind als Kunststofffenster vorgesehen. Im Technikraum ist eine Wärmepumpe dargestellt. Die Entwässerung erfolgt über das auf dem Lageplan dargestellte Leitungsnetz.

Die Konstruktion folgt damit einem wirtschaftlichen und bewährten Wohnungsbaustandard.

Analyse der Grundrissqualitäten

Die Planung zeigt eine klare funktionale Trennung der beiden Wohneinheiten.

Die kleinere Wohnung im Erdgeschoss bildet eine vollständig unabhängige Nutzungseinheit. Dies eröffnet unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten – beispielsweise für Angehörige, Gäste oder als separate Wohneinheit.

Die Hauptwohnung nutzt die Vorteile der Zweigeschossigkeit. Gemeinschaftliche Funktionen befinden sich überwiegend im Erdgeschoss, während sich die privaten Räume im Obergeschoss entwickeln. Dadurch entstehen nachvollziehbare Wegebeziehungen und eine klare Gliederung zwischen gemeinschaftlichen und privaten Bereichen.

Auffällig ist die kompakte Erschließung. Verkehrsflächen werden begrenzt gehalten und die Wohnflächen überwiegend den Aufenthaltsräumen zugeordnet.

Die Raumgrößen erlauben unterschiedliche Möblierungskonzepte und schaffen Flexibilität für veränderte Lebenssituationen.

Zukunftsorientierung

Die Planung reagiert auf verschiedene Wohnformen innerhalb eines Gebäudes.

Die kleinere Wohneinheit kann unabhängig genutzt werden. Gleichzeitig bleibt die größere Wohnung als vollwertiges Familienhaus erhalten. Dadurch entstehen langfristige Nutzungsmöglichkeiten, ohne dass grundlegende Umbauten erforderlich werden.

Die regelmäßige Tragstruktur, die klaren Raumzuschnitte und die kompakte Gebäudeform unterstützen eine langfristige Nutzbarkeit. Auch die Kombination aus Wohnraum und zusätzlichen flexibel nutzbaren Räumen im Obergeschoss eröffnet Spielräume für zukünftige Anpassungen.

Für welche Anforderungen eignet sich dieser Grundrisstyp?

Dieser Haustyp eignet sich insbesondere für:

  • Mehrgenerationenwohnen

  • Familien mit größerem Platzbedarf

  • Wohnen mit separater Einliegerwohnung

  • Kombination von Eigennutzung und Gästewohnung

  • Dauerwohnen in touristisch geprägten Regionen

  • Haushalte mit Bedarf an Homeoffice- oder Hobbyräumen

  • Bauherren mit Wunsch nach langfristig flexiblen Nutzungsmöglichkeiten

Die Planung zeigt, wie zwei eigenständige Wohnkonzepte innerhalb eines kompakten Baukörpers organisiert werden können.

Fazit

Das Zweifamilienhaus in Balm verbindet eine klare Gebäudestruktur mit einer flexiblen Wohnorganisation. Die Genehmigungsplanung nutzt die Grundstücksfläche wirtschaftlich und schafft gleichzeitig zwei eigenständige Wohnangebote innerhalb eines gemeinsamen Hauses.

Die größere Wohneinheit entwickelt sich als familiengerechte Maisonettewohnung über zwei Ebenen. Ergänzt wird sie durch eine separate Wohnung im Erdgeschoss. Großzügige Fensterflächen, Terrassen und Balkonbereiche stärken den Bezug zum Außenraum und unterstützen die Aufenthaltsqualität.

Die Planung zeigt einen funktional aufgebauten Wohnhaustyp, der unterschiedliche Lebensmodelle innerhalb eines kompakten und wirtschaftlichen Baukörpers ermöglicht.

Über Bräuer Architekten

Bräuer Architekten aus Rostock planen Wohngebäude mit dem Anspruch, funktionale Grundrisse, wirtschaftliche Lösungen und langfristig nutzbare Architektur miteinander zu verbinden.

Im Mittelpunkt stehen klare Raumstrukturen, nachvollziehbare Wegebeziehungen und Gebäude, die sich flexibel an unterschiedliche Lebenssituationen anpassen können. Dabei entstehen individuelle Lösungen, die sich aus Grundstück, Nutzung und den Anforderungen der Bauherren entwickeln.

Sie planen ein Wohnhaus mit Einliegerwohnung, ein Mehrgenerationenhaus oder ein individuelles Neubauprojekt?

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