Aufmass | Gebäudeaufmaß der Friedensschule Gartz (Oder) – Bestandsaufnahme als Grundlage für Umbau und Sanierung | 2017

Friedensschule Gartz (Oder) – Schulgebäude zwischen Geschichte und zukünftiger Nutzung

Die Friedensschule in Gartz (Oder) ist ein prägendes Schulgebäude der brandenburgischen Stadt an der Oder. Wie viele über Jahrzehnte genutzte öffentliche Gebäude steht auch eine Schule immer wieder vor der Aufgabe, vorhandene Bausubstanz an veränderte Anforderungen anzupassen. Pädagogische Konzepte entwickeln sich weiter, technische Anlagen müssen erneuert, energetische Anforderungen berücksichtigt und Anforderungen an Brandschutz, Barrierefreiheit und Gebäudesicherheit in die vorhandene Architektur integriert werden.

Bevor jedoch über Umbau, Modernisierung oder Sanierung eines bestehenden Schulgebäudes entschieden werden kann, muss dessen tatsächlicher baulicher Bestand zuverlässig bekannt sein.

Für die Friedensschule Gartz (Oder) wurde deshalb ein umfassendes Gebäudeaufmaß durchgeführt. Ziel der Bestandsaufnahme war die Erstellung belastbarer Planunterlagen als Grundlage für die weitere Umbau- und Sanierungsplanung.

Das Projekt zeigt beispielhaft, welche Bedeutung ein professionelles Aufmaß von Schulen und öffentlichen Gebäuden besitzt: Es geht nicht nur darum, vorhandene Räume zu vermessen. Vielmehr entsteht eine geometrisch verlässliche Dokumentation des gesamten Gebäudes, auf der Architekten, Ingenieure und Fachplaner ihre weitere Arbeit aufbauen können.

Die Friedensschule als Teil der Bildungsinfrastruktur von Gartz (Oder)

Ein Schulgebäude mit langfristiger öffentlicher Funktion

Schulen gehören zu den langlebigsten öffentlichen Gebäuden einer Kommune. Generationen von Schülerinnen und Schülern nutzen dieselben Gebäude, während sich Unterricht, technische Standards und gesellschaftliche Anforderungen kontinuierlich verändern.

Dadurch entstehen Gebäude, deren heutiger Zustand häufig das Ergebnis unterschiedlicher Bau- und Nutzungsphasen ist.

Ursprüngliche Raumstrukturen treffen auf spätere Veränderungen. Technische Anlagen werden erneuert, Türen verändert, Sanitärbereiche modernisiert oder einzelne Räume anderen Nutzungen zugeführt.

Für eine anstehende Sanierung eines Schulgebäudes reicht es deshalb nicht aus, ausschließlich auf vorhandene ältere Bauzeichnungen zurückzugreifen.

Entscheidend ist der tatsächlich vorhandene Bestand.

Gebäudeaufmaß als Grundlage der Sanierungsplanung

Planen im Bestand beginnt mit verlässlichen Bestandsunterlagen

Bei einem Neubau entsteht das Gebäude auf Grundlage der Planung.

Beim Bauen im Bestand ist die Reihenfolge umgekehrt:

Das vorhandene Gebäude bestimmt die Planung.

Wandstellungen, Deckenhöhen, Treppen, Fenster- und Türöffnungen, Tragstrukturen und zahlreiche weitere bauliche Gegebenheiten setzen den Rahmen, innerhalb dessen eine zukünftige Nutzung entwickelt werden kann.

Das Gebäudeaufmaß der Friedensschule schafft hierfür die erforderliche Grundlage.

Aus der Bestandserfassung können verlässliche Bestandsgrundrisse, Gebäudeschnitte und Ansichten entwickelt werden. Sie bilden die geometrische Ausgangsbasis für die nachfolgenden Planungsschritte.

Warum vorhandene Altpläne häufig nicht ausreichen

Bei älteren Bestandsgebäuden sind vorhandene Planunterlagen zwar wertvoll, können aber nicht ohne Weiteres als aktueller Planungsstand vorausgesetzt werden.

Im Laufe der Nutzung können Umbauten und Veränderungen erfolgt sein, die nicht vollständig dokumentiert wurden.

Darüber hinaus zeigen historische Ausführungsunterlagen häufig den geplanten und nicht zwingend in jedem Detail den tatsächlich ausgeführten Zustand.

Ein neues Bestandsaufmaß der Schule schafft deshalb Sicherheit.

Es beantwortet eine scheinbar einfache, für jede weitere Planung aber entscheidende Frage:

Wie ist das Gebäude heute tatsächlich gebaut?

Was beim Aufmaß eines Schulgebäudes erfasst wird

Mehr als Länge und Breite der Klassenräume

Ein professionelles Gebäudeaufmaß betrachtet das Schulgebäude als zusammenhängende räumliche Struktur.

Neben den eigentlichen Unterrichtsräumen sind insbesondere Flure, Treppenhäuser, Eingangsbereiche, Sanitär- und Nebenräume sowie die Verbindung der unterschiedlichen Gebäudebereiche von Bedeutung.

Je nach Planungsaufgabe werden unter anderem dokumentiert:

  • Gebäude- und Raumgeometrien,

  • Wandverläufe und Wandstärken,

  • Tür- und Fensteröffnungen,

  • Geschoss- und Raumhöhen,

  • Treppen und Podeste,

  • Decken- und Dachgeometrien,

  • Fassaden und Gebäudeöffnungen,

  • erkennbare konstruktive Besonderheiten.

Aus diesen Informationen entsteht eine Bestandsdokumentation, die wesentlich mehr leistet als eine einfache Flächenaufnahme.

Sie beschreibt das Gebäude räumlich und geometrisch.

Besondere Anforderungen beim Aufmaß einer Schule

Komplexe Raumstrukturen und unterschiedliche Nutzungsbereiche

Schulgebäude besitzen eine Vielzahl unterschiedlicher Raumtypen.

Klassen- und Fachräume stellen andere Anforderungen als Flure, Treppenhäuser, Verwaltungsbereiche, Sanitäranlagen oder technische Räume.

Für eine zukünftige Umbauplanung müssen diese Bereiche im Zusammenhang betrachtet werden.

Besondere Bedeutung besitzen dabei die Erschließungswege.

Flure und Treppen dienen nicht nur der täglichen Bewegung innerhalb der Schule. Sie sind gleichzeitig Bestandteil der Flucht- und Rettungswege und damit für die spätere Brandschutzplanung von besonderer Relevanz.

Eine präzise Bestandserfassung liefert hierfür die geometrische Grundlage.

Grundlage für Umbau, Brandschutz und Barrierefreiheit

Unterschiedliche Fachplanungen benötigen denselben Bestand

Eine Schulsanierung ist eine interdisziplinäre Planungsaufgabe.

Architektur, Tragwerksplanung, technische Gebäudeausrüstung, Brandschutz und gegebenenfalls weitere Fachplanungen greifen ineinander.

Alle Beteiligten benötigen deshalb eine gemeinsame und verlässliche geometrische Grundlage.

Das Gebäudeaufmaß der Friedensschule kann unter anderem Ausgangspunkt sein für:

  • Umbau- und Sanierungsplanung,

  • Raum- und Nutzungskonzepte,

  • Brandschutzplanung,

  • energetische Untersuchungen,

  • Planung technischer Gebäudeausrüstung,

  • Barrierefreiheitskonzepte,

  • Kosten- und Mengenermittlungen.

Damit wird aus einer zunächst vermessungstechnischen Leistung ein wesentliches Instrument der gesamten weiteren Gebäudeplanung.

Bestandsaufnahme und wirtschaftliche Planung

Genauigkeit reduziert Planungsrisiken

Ungenaue Bestandsunterlagen können bei einer Sanierung erhebliche Folgekosten verursachen.

Eine Wand befindet sich nicht an der angenommenen Position, eine Öffnung besitzt andere Abmessungen oder eine Geschosshöhe weicht vom alten Plan ab – schon vergleichsweise kleine Unterschiede können Auswirkungen auf mehrere Fachplanungen haben.

Je später solche Abweichungen erkannt werden, desto aufwendiger werden notwendige Anpassungen.

Ein präzises Gebäudeaufmaß vor der Sanierung reduziert dieses Risiko.

Planungsentscheidungen können auf Grundlage des realen Bestandes getroffen werden, anstatt mit Annahmen zu arbeiten.

Das verbessert Ausschreibungen, Mengenermittlungen und Kostenberechnungen und kann dazu beitragen, spätere Umplanungen und Nachträge zu vermeiden.

Gebäudeaufmaß als Beitrag zum Werterhalt

Bestehende Bausubstanz kennen, bevor sie verändert wird

Der nachhaltige Umgang mit Gebäuden beginnt nicht erst mit der Auswahl neuer Baustoffe.

Eine wesentliche Form nachhaltigen Bauens besteht darin, vorhandene Gebäude möglichst lange weiterzuverwenden.

Gerade öffentliche Schulgebäude stellen erhebliche materielle und wirtschaftliche Werte dar. Ihre Sanierung kann gegenüber Abriss und Neubau nicht nur wirtschaftliche, sondern auch ökologische Vorteile besitzen.

Voraussetzung dafür ist jedoch, die vorhandene Bausubstanz genau zu kennen.

Ein professionelles Bestandsaufmaß hilft zu beurteilen, welche Strukturen erhalten und in eine zukünftige Planung integriert werden können.

Bestandserfassung wird damit zu einem Baustein des Werterhalts.

Vom Gebäudeaufmaß zur digitalen Bestandsplanung

Verlässliche Daten für die weitere Bearbeitung

Moderne Bestandsaufnahmen enden nicht bei einzelnen Messwerten.

Die erfassten Informationen können in digitale CAD- oder BIM-basierte Planunterlagen überführt werden. So entsteht eine strukturierte Grundlage, die für die anschließende Planung unmittelbar weiterverwendet werden kann.

Bei geeigneten Aufgabenstellungen ermöglicht ein 3D-Aufmaß mit Laserscanning darüber hinaus die Erfassung komplexer Gebäudegeometrien in Form einer dreidimensionalen Punktwolke.

Insbesondere bei größeren Schulgebäuden kann diese Methode Vorteile bieten: Einmal erfasste räumliche Informationen bleiben digital verfügbar und können auch später noch ausgewertet werden.

Der Weg führt damit vom realen Gebäude über die Vermessung zur digitalen Bestandsplanung.

Aufmaß von Schulen und öffentlichen Gebäuden

Übertragbare Erfahrung für kommunale Bauaufgaben

Die Friedensschule in Gartz (Oder) steht beispielhaft für eine Aufgabenstellung, die zahlreiche Kommunen, Landkreise und öffentliche Gebäudeeigentümer betrifft.

Ein erheblicher Teil der vorhandenen Bildungsinfrastruktur besteht aus Bestandsgebäuden, die in den kommenden Jahren modernisiert werden müssen.

Energetische Sanierung, Brandschutz, Barrierefreiheit und veränderte pädagogische Anforderungen führen zu umfangreichen Investitionen in bestehende Schulen.

Für Architekten und Fachplaner beginnt diese Aufgabe regelmäßig mit einer verlässlichen Bestandsaufnahme des Schulgebäudes.

Das professionelle Aufmaß schafft dabei die Verbindung zwischen vorhandenem Bauwerk und zukünftiger Planung.

Friedensschule Gartz (Oder) – Aufmaß als erster Schritt der Weiterentwicklung

Das Gebäudeaufmaß der Friedensschule zeigt, dass die Qualität einer Sanierungsplanung wesentlich von der Qualität ihrer Ausgangsdaten abhängt.

Je genauer das bestehende Gebäude dokumentiert ist, desto zuverlässiger können zukünftige Eingriffe geplant werden.

Das gilt für einzelne Raumänderungen ebenso wie für umfangreiche Modernisierungen.

Die Bestandserfassung liefert dabei nicht die fertige Sanierungslösung. Sie schafft jedoch die Voraussetzung dafür, dass diese Lösung auf dem tatsächlich vorhandenen Gebäude entwickelt werden kann.

Fazit – Gute Sanierungsplanung beginnt mit einem guten Aufmaß

Das Aufmaß der Friedensschule Gartz (Oder) bildet die geometrische und planerische Grundlage für die weitere Umbau- und Sanierungsplanung des bestehenden Schulgebäudes.

Die präzise Bestandsaufnahme dokumentiert vorhandene Raum- und Gebäudestrukturen und schafft verlässliche Unterlagen für Architektur und beteiligte Fachplanungen.

Ihr Wert geht dabei über die reine Vermessungsleistung hinaus.

Ein professionelles Gebäudeaufmaß verbessert die Planungssicherheit, reduziert Risiken während der Sanierung und unterstützt einen wirtschaftlichen und nachhaltigen Umgang mit vorhandener Bausubstanz.

Gerade bei öffentlichen Gebäuden, die über viele Jahrzehnte genutzt und immer wieder an neue Anforderungen angepasst werden, entsteht damit eine langfristig wertvolle Dokumentationsgrundlage.

Wer eine Schule nachhaltig sanieren und für kommende Generationen weiterentwickeln möchte, muss zunächst genau wissen, was vorhanden ist.

Das Gebäudeaufmaß der Friedensschule Gartz (Oder) schafft dafür die Grundlage.